NACHHALTIGKEIT BRAUCHT LEBENSZYKLUS.
LEBENSZYKLUS BRAUCHT PROZESSINNOVATION
inspiriert von erfolgreichen Bauherren

NEU: IG Lebenszyklus integriert Infrastrukturbau

Hoch- und Tiefbau ziehen in IG Lebenszyklus Bau an einem Strang
Kick-Off für österreichweite Kampagne “Change the business”

 

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 9. März stellte der neu designierte Vorstand der IG Lebenszyklus Bau die Neuausrichtung des Vereins in den gesamten Infrastrukturbereich sowie die österreichweite Kampagne „Change the business“ vor.  Die Anpassung der bisher für den Hochbau entwickelten Modelle und Leistungsbilder erfolgt unter anderem unter Beteiligung von im Infrastrukturbereich führenden Unternehmen wie der ASFINAG, den Wiener Linien sowie der Tiroler Wasserkraft AG TIWAG und der Abteilung Straßenbau der Tiroler Landesregierung. Mit der österreichweiten Kampagne “Change the business“ tritt die IG Lebenszyklus Bau 2016 zudem den Beweis an, dass eine ergebnisorientierte Organisation, eine partnerschaftliche Projektkultur und lebenszyklusorientierte Prozesse zu ökonomisch, funktional und ökologisch optimierten Bauwerken führen: Noch bis Ende Mai können Bauherren ihre Projekte – 2016 vorerst im Hochbau –  für den erstmals ausgeschriebenen Lebenszyklus-Award einreichen und an einer kostenfreien E-Learning-Plattform zum Thema teilnehmen (Start: 11. April 2016). Den Trailer zur E-Learning-Plattform finden Sie auf: https://youtu.be/YrKQyozRFPc

 


Bildunterschrift (Credit: IG Lebenszyklus Hochbau/Hagen): 
Bewerten erstmals Bauprojekte nach ihrer Organisations-, Kultur- und Prozessqualität – die Jurymitglieder des Lebenszyklus Awards (v.l.n.r.): Oliver Sterl, RÜDIGER LAINER + PARTNER Architekten ZT; Manfred Völker, Siemens Gebäudemanagement & -Services; Stephan Heid, Heid Schiefer Rechtsanwälte; Simone Rack, 4dimensions; Wolfgang Kradischnig, DELTA; Christoph M. Achammer, TU Wien, ATP architekten ingenieure (Juryvorsitz); Sarah Richter, Plattform innovative Gebäude; Karl Weidlinger, SWIETELSKY; Claudia Hübsch, Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik; Karl Friedl, M.O.O.CON. (Jurymitglied Hannes Warmuth, ÖGUT, klimaaktiv Bauen und Sanieren, war leider erkrankt)

 

Arbeitsproduktivität im Baugewerbe an letzter Stelle 
“Immer wieder stehen Bauherren vor der Frage, warum Qualität, Termin und Budget bei ihren Projekten nicht eingehalten werden. Wir haben in den letzten Jahren einige praktische Managementinstrumente für den Hochbau entwickelt. 2016 werden diese Modelle durch Erfahrungswerte aus dem Tiefbau optimiert und für den Tiefbau entwickelt,” erklärt Karl Friedl, Sprecher der IG Lebenszyklus Bau, M.O.O.CON. 

 

Denn mit verantwortlich für die schlechte Performance vieler Bauprojekte sei laut den Experten des Vereins die geringe Arbeitsproduktivität in der Bauwirtschaft, die weit hinter anderen Industriezweigen liegt und in den letzten Jahren sogar einen Rückgang zu verzeichnen hatte.

 

Synergieeffekte zwischen Hoch- und Tiefbau nutzen

 

Wesentliche Ursachen dafür liegen in strukturellen und kulturellen Eigenheiten der Branche, die – systembedingt – eine konfliktorientierte Projektabwicklung begünstigen. Hier könne etwa der Hochbau vom Tiefbau lernen, so Walter Purrer, Vorstandsmitglied der IG Lebenszyklus Bau und Sprecher der Initiative Kulturwandel Bau: „Der weltweite Erfolg der >Neuen Österreichischen Tunnelbauweise< liegt nicht nur an der Technik, sondern sehr wesentlich auch an der gelebten Projektkultur. Erfolg und Win-Win kann so für alle erreicht werden.”

 

Dem Thema “Kultur als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor” widmet sich 2016 auch eine von Wolfgang Kradischnig, DELTA, geleitete Arbeitsgruppe im Rahmen des Vereins. “Wir werden die wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren von kooperativer Projektabwicklung anhand von konkreten Projektbeispielen herausarbeiten. Natürlich werden hier auch Projekte aus dem Tiefbau eine Rolle spielen, das wird ein spannender Austausch,” kündigt Kradischnig an. 

 

Für den Tiefbau wiederum ist die Entwicklung einer höheren Flexibilität in den Beschaffungs- und Abwicklungsmodellen interessant. Hier ist der Hochbau – unter anderem durch die im Rahmen der IG Lebenszyklus Bau in den letzten fünf Jahren erarbeiteten Prozess- und Organisationsmodelle – schon einen Schritt weiter, ist Erich Thewanger, Vorstandsmitglied der IG Lebenszyklus Bau, KPMG Austria, überzeugt.

Thewanger: „Der Tiefbau hat mit alternativen Vertragsmodellen, insbesondere bei der Integration von Lebenszykluskosten und Finanzierung, schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Vertragsvielfalt, die wir aus der Hochbaubeschaffung kennen, ist im Tiefbau allerdings noch nicht üblich, kann aber wesentlich dazu beitragen, innovative und nachhaltige Entwicklungen zu fördern und dabei den Bauherren langfristig Kostensicherheit zu geben.” 

 

BVergG-Novelle: Unterschiedliche Folgen für Hoch- und Tiefbau
Auch im Hinblick auf die öffentliche Vergabe lohnt sich ein Erfahrungsaustausch zwischen Hoch- und Tiefbau. Ab März 2016 tritt die jüngste Novelle des Bundesvergabegesetzes (BVergG) in Kraft, die den Hoch- und Tiefbau zwar gleichermaßen betrifft, allerdings in den Teilbereichen unterschiedliche Folgen nach sich zieht. 

 

„Insbesondere bei der Subunternehmer-Benennung, bei Kernleistungen und Zuschlagskriterien haben Hoch- und Tiefbau mit anderen Regelungen umzugehen. Das Thema Lebenszykluskosten wird in Zukunft sicherlich beide treffen,” erklärt Stephan Heid, Vorstandsmitglied IG Lebenszyklus Bau, Heid Schiefer Rechtsanwälte.

 

Lebenszyklus-Award mit Special Award “Kommunales Engagement”
Bis Ende Mai können Bauherren, Institutionen und Gemeinden ihre Projekte für den Lebenszyklus-Award einreichen,  mit dem der Verein erstmals im deutschsprachigen Raum Bauherren für eine hohe Organisations-, Kultur und Prozessqualität – einstweilen für den Hochbau –  auszeichnet. 

 

Verantwortliche, die ein lebenszyklusorientiertes Projekt mit klarem Mehrwert für eine Gemeinde initiiert haben, haben die Chance, gleich zweimal ausgezeichnet zu werden: In Zusammenarbeit mit dem Kommunalwirtschaftsforum 2016 (21. und 22. Oktober in Graz) werden mit dem Special Award “kommunale Initiativen“ ausgezeichnet. Auch privatwirtschaftliche oder fremdfinanzierte Projekte sind für den Wettbewerb zugelassen. Alle für den Special Award nominierten Projekte nehmen automatisch an der Bewerbung um den Lebenszyklus-Award teil.

“Für den Lebenszyklus-Award wurden Kriterienkataloge entwickelt, die ohnehin Bestandteil von Ausschreibungen sind. Die Einreichung ist daher einfach und unkompliziert: benötigt werden ein Stammdatenblatt, ein Organigramm des Projekts, sowie eine Auflistung der vorhandenen Ergebnisdokumente aus den einzelnen Bauphasen,” so Jury-Vorsitzender Prof. Christoph Achammer, ATP architekten ingenieure, seit Februar Ehrenvorstand der IG Lebenszyklus Bau.

 

“Change the business” – Facts zur Kampagne 

 

E-Learning-Plattform (kostenfrei)
“Der Weg zum lebenszyklusorientierten Hochbau”
Trailer und Anmeldung: imoox.at/wbtmaster/startseite/lebenszyklus.html
Kursstart: 11. April 2016
Kursdauer: 30 Minuten pro Woche/ 7 Wochen

 

Lebenszyklus-Award mit Special Award “Kommunales Engagement”
Für hohe Organisations-, Kultur- und Prozessqualität im Hochbau
Einreichfrist: 31. Mai 2016
Verleihung des Special Award „Kommunales Engagement“:
im Rahmen des 6. Kommunalwirtschaftsforums am 20. und 21. Oktober 2016 in Graz. 

Award-Überreichung und Projektpräsentation aller nominierten Projekte: Herbstkongress der IG Lebenszyklus Bau am 17. November 2016 in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien. 


 

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