Building Value

Geschäftsmodelle für die Bauwirtschaft von morgen

2 Vom linearen zum zirkulären Wertschöpfungsmodell

Abbildung 1 – Früher – lineares ModellDownload: Grafik als JPG
Abbildung 2 – Heute – zirkuläres ModellDownload: Grafik als JPG

Über Jahrzehnte folgte die Bau- und Immobilienwirtschaft einer linearen Logik: Rohstoffe wurden gewonnen, verbaut, genutzt und am Ende ihres Lebenszyklus abgerissen. Wert entstand ausschließlich im Moment der Errichtung – alles danach galt wirtschaftlich als abgeschlossen. Diese Sichtweise war lange folgerichtig, solange Ressourcen als nahezu unbegrenzt verfügbar galten und Abriss die günstigste Option war.

Genau dieses Verständnis verändert sich heute grundlegend. Steigende Rohstoffpreise, regulatorischer Druck und ein wachsendes Bewusstsein für den ökologischen Fußabdruck von Gebäuden verschieben den Blick vom einmaligen Bauwerk zum fortlaufenden Kreislauf. Die Lösung ist, Planung, Bau, Nutzung, Umbau, Wiederverwendung und Recycling nicht mehr als aufeinanderfolgende, abgeschlossene Phasen zu verstehen, sondern als miteinander verbundene Stationen eines Kreislaufs, der Materialien und Daten so lange wie möglich im Wertschöpfungssystem hält.

Diesen Übergang bringt der Begriff Value Retention auf den Punkt: Wert wird nicht mehr punktuell bei der Errichtung erzeugt, sondern über den gesamten Lebenszyklus hinweg erhalten und immer wieder neu nutzbar gemacht. Value Retention ist damit die gedankliche Klammer, aus der sich die im folgenden Kapitel beschriebenen Treiber – Material, Daten, Planung, Betrieb, Finanzierung und Bestand – konkret ableiten.

Nächstes Kapitel
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