Downloads: Bestandsentwicklung auf dem Weg zum Business Case
1 Ausgangslage: österreichischer Gebäudebestand
Österreich verfügt über rund 2,76 Millionen Gebäude1. Knapp vier von fünf sind Wohngebäude, davon rund drei Viertel Einfamilienhäuser. Die Nichtwohngebäude verteilen sich auf Nutzungsarten mit jeweils eigenen technischen und betrieblichen Anforderungen.
| Gebäude insgesamt | rd. 2,76 Mio. Gebäude in Österreich |
| Wohngebäude | 2.186.944 Gebäude bzw. 79,3 % des Bestands |
| Nichtwohngebäude | 572.242 Gebäude bzw. 20,7 % des Bestands |
| Einfamilienhäuser | 1.605.375 Gebäude bzw. 73,4 % der Wohngebäude |
| Industrie- und Lagergebäude | 85.931 Gebäude bzw. rd. 15 % des Nichtwohnbestands |
| Gebäude vor 1945 | 497.292 Gebäude bzw. rd. 18 % des Gesamtbestands |

Zwischen den Bundesländern bestehen deutliche strukturelle Unterschiede. Der Anteil der Wohngebäude reicht von 73,7 % in Oberösterreich bis 84,7 % in Wien. Einfamilienhäuser prägen vor allem das Burgenland und Niederösterreich, Wien weicht in seiner Struktur deutlich ab. Rund 18 % der Gebäude wurden vor 1945 errichtet. Weder Gebäudeanzahl noch Baualter erlauben jedoch Aussagen über Fläche, Energieverbrauch, heutigen Zustand oder Investitionsbedarf, da erfolgte Sanierungen, Ausstattung und Nutzung hinzukommen.2
Offene Fragestellungen
Für eine Priorisierung der Segmente und eine Abschätzung des Investitionsbedarfs sind Flächen-, Verbrauchs- und Zustandsdaten je Segment erforderlich.
- Quelle: https://www.statistik.at/datenbanken/adress-gebaeude-und-wohnungsregister/adress-gebaeude-und-wohnungsregister/daten-des-gebaeude-und-wohnungsregisters/bestandsdaten Zurück zum Verweis
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Die energetische Transformation des österreichischen Gebäudebestands verbindet technische Erfordernisse mit regulatorischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen. Unterschiedliche Nutzungsarten, Bauperioden und Eigentumsstrukturen erfordern differenzierte Sanierungsstrategien. Entscheidend sind der Zustand des jeweiligen Gebäudes, seine langfristige Nutzungsperspektive sowie die Finanzierbarkeit und praktische Umsetzbarkeit der Maßnahmen.
Der Beitrag beschreibt die Struktur des österreichischen Gebäudebestands und die wesentlichen Voraussetzungen für dessen energetische Weiterentwicklung. Im Mittelpunkt stehen Wohn-, Büro-, Industrie- und Logistikimmobilien sowie die Anforderungen an Investitionen, Finanzierung, Daten und Steuerung. Eine flächendeckende Quantifizierung des Investitionsbedarfs oder eine pauschale Rangfolge der Gebäudesegmente lässt sich aus strukturellen Bestandsdaten allein nicht ableiten.
- Österreich verfügt über rund 2,76 Millionen Gebäude. Der tatsächliche Sanierungs- und Investitionsbedarf lässt sich jedoch nicht allein aus Gebäudeanzahl und Baualter ableiten.
- Die energetische Bestandsentwicklung erfordert differenzierte Sanierungsstrategien, die Gebäudezustand, Nutzung, Bauperiode, Lage und Eigentumsstruktur berücksichtigen.
- Besonders große Sanierungspotenziale bestehen bei Nachkriegs-Mehrfamilienhäusern, älteren Einfamilienhäusern und energetisch ineffizienten Büroimmobilien.
- Die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) erhöht den Handlungsdruck zur Dekarbonisierung und stellt unterschiedliche Anforderungen an Wohn- und Nichtwohngebäude.
- Die praktische Umsetzung energetischer Sanierungen wird durch hohe Investitionskosten, komplexe Eigentumsverhältnisse, technische Einschränkungen und lange Planungs- und Genehmigungsprozesse erschwert.
- Wirtschaftlich tragfähige Sanierungen erfordern eine abgestimmte Kombination technischer Maßnahmen sowie geeigneter Förder- und Finanzierungsmodelle.
- Belastbare Gebäude-, Verbrauchs- und Kostendaten sind eine wesentliche Voraussetzung, um Sanierungsmaßnahmen zu priorisieren und Investitionsentscheidungen fundiert zu treffen.
- Für professionelle Bestandshalter:innen wird eine strategische Portfoliobetrachtung immer wichtiger, um Sanierungsfähigkeit, Investitionsbedarf und langfristige Werthaltigkeit zu beurteilen.
- Die Entwicklung wirtschaftlich tragfähiger Geschäfts- und Finanzierungsmodelle bleibt eine zentrale Herausforderung und soll in den weiteren Arbeiten vertieft werden.
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