Bestandsentwicklung auf dem Weg zum Business Case

Teil 1: Ausgangslage, Rahmenbedingungen und erste Überlegungen

  1. Österreich verfügt über rund 2,76 Millionen Gebäude. Der tatsächliche Sanierungs- und Investitionsbedarf lässt sich jedoch nicht allein aus Gebäudeanzahl und Baualter ableiten.
  2. Die energetische Bestandsentwicklung erfordert differenzierte Sanierungsstrategien, die Gebäudezustand, Nutzung, Bauperiode, Lage und Eigentumsstruktur berücksichtigen.
  3. Besonders große Sanierungspotenziale bestehen bei Nachkriegs-Mehrfamilienhäusern, älteren Einfamilienhäusern und energetisch ineffizienten Büroimmobilien.
  4. Die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) erhöht den Handlungsdruck zur Dekarbonisierung und stellt unterschiedliche Anforderungen an Wohn- und Nichtwohngebäude.
  5. Die praktische Umsetzung energetischer Sanierungen wird durch hohe Investitionskosten, komplexe Eigentumsverhältnisse, technische Einschränkungen und lange Planungs- und Genehmigungsprozesse erschwert.
  6. Wirtschaftlich tragfähige Sanierungen erfordern eine abgestimmte Kombination technischer Maßnahmen sowie geeigneter Förder- und Finanzierungsmodelle.
  7. Belastbare Gebäude-, Verbrauchs- und Kostendaten sind eine wesentliche Voraussetzung, um Sanierungsmaßnahmen zu priorisieren und Investitionsentscheidungen fundiert zu treffen.
  8. Für professionelle Bestandshalter:innen wird eine strategische Portfoliobetrachtung immer wichtiger, um Sanierungsfähigkeit, Investitionsbedarf und langfristige Werthaltigkeit zu beurteilen.
  9. Die Entwicklung wirtschaftlich tragfähiger Geschäfts- und Finanzierungsmodelle bleibt eine zentrale Herausforderung und soll in den weiteren Arbeiten vertieft werden.
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