Bestandsentwicklung auf dem Weg zum Business Case
Teil 1: Ausgangslage, Rahmenbedingungen und erste Überlegungen
Abkürzungen
| Abk. | Beschreibung |
|---|---|
| BGF | Bruttogrundfläche |
| BO | Bauordnung |
| CRREM | Carbon Risk Real Estate Monitor |
| CSRD | Corporate Sustainability Reporting Directive |
| EFH | Einfamilienhaus |
| EFRE | Europäischer Fonds für regionale Entwicklung |
| EPBD | Energy Performance of Buildings Directive |
| ESG | Environmental, Social and Governance |
| NWG | Nichtwohngebäude |
| OIB-RL | Richtlinie des Österreichischen Instituts für Bautechnik |
| PV | Photovoltaik |
| TGA | Technische Gebäudeausrüstung |
| WEG | Wohnungseigentumsgesetz |
| ZEB | Zero-Emission Building / Nullemissionsgebäude |
Die energetische Transformation des österreichischen Gebäudebestands verbindet technische Erfordernisse mit regulatorischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen. Unterschiedliche Nutzungsarten, Bauperioden und Eigentumsstrukturen erfordern differenzierte Sanierungsstrategien. Entscheidend sind der Zustand des jeweiligen Gebäudes, seine langfristige Nutzungsperspektive sowie die Finanzierbarkeit und praktische Umsetzbarkeit der Maßnahmen.
Der Beitrag beschreibt die Struktur des österreichischen Gebäudebestands und die wesentlichen Voraussetzungen für dessen energetische Weiterentwicklung. Im Mittelpunkt stehen Wohn-, Büro-, Industrie- und Logistikimmobilien sowie die Anforderungen an Investitionen, Finanzierung, Daten und Steuerung. Eine flächendeckende Quantifizierung des Investitionsbedarfs oder eine pauschale Rangfolge der Gebäudesegmente lässt sich aus strukturellen Bestandsdaten allein nicht ableiten.
- Österreich verfügt über rund 2,76 Millionen Gebäude. Der tatsächliche Sanierungs- und Investitionsbedarf lässt sich jedoch nicht allein aus Gebäudeanzahl und Baualter ableiten.
- Die energetische Bestandsentwicklung erfordert differenzierte Sanierungsstrategien, die Gebäudezustand, Nutzung, Bauperiode, Lage und Eigentumsstruktur berücksichtigen.
- Besonders große Sanierungspotenziale bestehen bei Nachkriegs-Mehrfamilienhäusern, älteren Einfamilienhäusern und energetisch ineffizienten Büroimmobilien.
- Die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) erhöht den Handlungsdruck zur Dekarbonisierung und stellt unterschiedliche Anforderungen an Wohn- und Nichtwohngebäude.
- Die praktische Umsetzung energetischer Sanierungen wird durch hohe Investitionskosten, komplexe Eigentumsverhältnisse, technische Einschränkungen und lange Planungs- und Genehmigungsprozesse erschwert.
- Wirtschaftlich tragfähige Sanierungen erfordern eine abgestimmte Kombination technischer Maßnahmen sowie geeigneter Förder- und Finanzierungsmodelle.
- Belastbare Gebäude-, Verbrauchs- und Kostendaten sind eine wesentliche Voraussetzung, um Sanierungsmaßnahmen zu priorisieren und Investitionsentscheidungen fundiert zu treffen.
- Für professionelle Bestandshalter:innen wird eine strategische Portfoliobetrachtung immer wichtiger, um Sanierungsfähigkeit, Investitionsbedarf und langfristige Werthaltigkeit zu beurteilen.
- Die Entwicklung wirtschaftlich tragfähiger Geschäfts- und Finanzierungsmodelle bleibt eine zentrale Herausforderung und soll in den weiteren Arbeiten vertieft werden.
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