Digitale Bestandserfassung & Kreislaufwirtschaft
KI-gestützte Dokumentation im Bauablauf & Betrieb
Impressum
Herausgeber
IG Lebenszyklus Bau, Wipplingerstr. 10/Top 9, Stoß im Himmel, 1010 Wien, office@ig-lebenszyklus.at, www.ig-lebenszyklus.at
Arbeitsgruppenleitung
Ivana Pobaschnig (M.O.O.CON)
Christoph Müller-Thiede (M.O.O.CON)
Steffen Robbi (Digital Findet Stadt)
Autor:innen
Adelheid Bartmann (FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT)
Christoph Müller-Thiede (M.O.O.CON)
Ivana Pobaschnig (M.O.O.CON)
Steffen Robbi (Digital Findet Stadt)
Schlussredaktion & grafische Gestaltung
FINK | Kommunikations- und Projektagentur
solo ohne — Studio für Gestaltung
Stand
Oktober 2026
Beteiligte Mitgliedsunternehmen
Die Publikation bietet eine praxisorientierte Orientierung für die digitale Bestandserfassung aus Sicht von Bauherr:innen, Auftraggeber:innen und Bestandshalter:innen. Im Zentrum steht die Frage, welche Informationen für einen konkreten Anwendungsfall tatsächlich benötigt werden, in welcher Qualität sie vorliegen müssen und welche Erfassungsmethoden dafür geeignet sind.
Anhand von zehn Use Cases entlang des Gebäudelebenszyklus zeigt die Publikation, wie digitale Bestandsdaten für Portfolio- und Immobilienbewertungen, Wettbewerbe und Machbarkeitsstudien, Umbauplanungen, Baufortschritts- und Qualitätssicherung, As-Built-Dokumentationen, ESG- und Nachhaltigkeitsanwendungen, Facility Management sowie Kreislaufwirtschaft und Rückbau genutzt werden können.
Deutlich wird dabei: Ziel ist nicht eine möglichst vollständige oder maximal detaillierte Erfassung des Bestands, sondern eine zweckgerechte Datengrundlage. Dazu müssen Informationsanforderungen, Genauigkeit, Detailtiefe, Ergebnisformate, Rollen und Schnittstellen projektspezifisch definiert werden. Gleichzeitig sollten vorhandene Unterlagen und Datenbestände konsequent genutzt und nur dort ergänzt werden, wo relevante Lücken bestehen.
Die Use Cases verstehen sich daher nicht als standardisierte Leistungsbilder, sondern als Orientierung dafür, wie digitale Bestandserfassung sinnvoll definiert, beauftragt und über unterschiedliche Lebenszyklusphasen hinweg mehrfach genutzt werden kann. Digitale_Bestandserfassung_FINAL
- Ausgangspunkt jeder digitalen Bestandserfassung sollte der konkrete Anwendungsfall sein – nicht die verfügbare Technologie.
- Nicht möglichst viele Daten, sondern die richtigen Informationen in der erforderlichen Qualität und Detailtiefe schaffen den größten Mehrwert.
- Informationsanforderungen, Genauigkeit, Ergebnisformate und Verantwortlichkeiten sollten vor Beginn der Erfassung eindeutig definiert werden.
- Eine zweckgerechte Bestandserfassung kann entlang des gesamten Gebäudelebenszyklus genutzt werden – von Portfolioanalyse und Planung bis zu Bauausführung, Betrieb und Rückbau.
- Digitale Bestandsdaten können Planungsrisiken reduzieren, Abweichungen früh sichtbar machen und Nachträge sowie unnötige Neuerfassungen vermeiden.
- Bestehende Daten und Dokumentationen sollten zunächst geprüft und genutzt werden; fehlende oder nicht belastbare Informationen können gezielt nacherfasst werden.
- Einmal strukturiert erhobene Bestandsdaten lassen sich mehrfach nutzen, etwa für Planung, Facility Management, ESG-Anwendungen und Kreislaufwirtschaft.
- Für As-Built-Dokumentation und Betrieb ist entscheidend, dass der tatsächlich ausgeführte Zustand erfasst wird und nicht lediglich der letzte Planungsstand.
- Für Kreislaufwirtschaft und Rückbau müssen neben Geometrie auch Materialien, Bauteilaufbauten, Mengen, Verbindungen sowie Schad- und Störstoffe berücksichtigt werden.
- Die beschriebenen Use Cases sind keine standardisierten Leistungsbilder, sondern eine Orientierung für die projektspezifische Definition und Beauftragung der digitalen Bestandserfassung.
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