Portfoliomanagement im Gebäudebestand

Acht unterschiedliche Wege zu einer strategischen, wirtschaftlichen und klimafitten Bestandsentwicklung

2 BIG – Bundesimmobiliengesellschaft

2.1 Steckbrief der Organisation

EigentümerschaftBundesimmobiliengesellschaft m.b.H. im Eigentum der Republik Österreich über die ÖBAG
PortfoliogrößeRund 2.000 Liegenschaften, mehrere tausend Gebäude, knapp 8 Mio. m² Nutzfläche
NutzungÜberwiegend öffentliche Bestandsimmobilien (Schulen, Universitäten, Justiz- und Verwaltungsgebäude); ergänzt um Büro- und Wohnimmobilien
Wirtschaftliche TätigkeitEntwicklung, Errichtung, Vermietung, Bewirtschaftung und langfristiger Erhalt öffentlicher Immobilien
Tabelle 1: Steckbrief der BIGDownload: Tabelle als PNG

2.2 Rechtliche und wirtschaftliche Ausgangslage

  • Dekarbonisierungsprogramm als Teil der Konzernstrategie
  • Ziel: CO₂-Neutralität im Bestand bis spätestens 2040
  • Orientierung an CRREM, EU-Taxonomie und OIB-Richtlinie 6
  • Zusätzliches Dekarbonisierungsbudget von rund 2 Mrd. Euro für 2023–2040 – unabhängig vom regulären Instandhaltungsbudget

2.3 Ziele der Portfolioanalyse

  • Instrument zur Verfolgung des Klimaziels „CO2-Neutralität des Bestandsportfolios bis 2040″ entlang von CRREM-basierten Reduktionspfaden
  • Investitionen auf Grundlage datenbasierter Prognosen priorisieren und auf deren Werthaltigkeit prüfen
  • Lebenszykluskosten senken und Nutzbarkeit und Funktionalität für öffentliche Kernaufgaben sichern
  • Regulatorische Anforderungen aus EED, EPBD, CSRD/ESRS und EU-Taxonomie erfüllen

2.4 Ausgangslage des Bestands

  • Sehr heterogenes Portfolio von mehr als 2.000 Liegenschaften mit unterschiedlichen Nutzungsarten, Errichtungsjahren, energetischen Zuständen und teilweise Denkmalschutz
  • Österreichweite Umsetzung erfordert eine strukturierte, nachvollziehbare Priorisierungslogik

2.5 Herangehensweise und Methodik

Datengrundlage: Energieausweise, wirtschaftliche Asset-Kennzahlen sowie objektbezogene und externe Indikatoren.

Werkzeuge: Eigenentwickelte Tools, wie die Transformationsmatrix und Fair-Value-Betrachtung, sowie externe Tools zur Analyse von standardisierten Maßnahmenpaketen (CO₂-Tool) werden in einer gesamtheitlichen Priorisierungslogik in einem Dashboard zusammengeführt (Priorisierungsframework).

Priorisierung: Die Priorisierung erfolgt über ein konzernweit eingesetztes Priorisierungsframework. Dieses dient als strukturiertes Risiko-Assessment-Tool zur Bewertung und Priorisierung von Dekarbonisierungsmaßnahmen. Es werden folgende Indikatoren bewertet: Transformationsnotwendigkeit, absolutes CO₂-Einsparpotenzial, Zielbeitrag für Indikatoren wie CO2, HWB, PEB n.er. sowie wirtschaftliche Attraktivität im Sinne der Werthaltigkeit.

Abbildung 1: Priorisierungsframework der BIG, Credit: BIGDownload: Grafik als JPG, mit „© BIG“

Entscheidungslogik: Ampelsystem für portfolioweite Vergleichbarkeit; Abstimmung mit der jeweiligen Objektstrategie des Assetmanagements.

Maßnahmenplanung: In Abstimmung mit der jeweiligen Objektstrategie des Assetmanagements. Ziel ist die bestmögliche Verwendung der verfügbaren Mittel unter Berücksichtigung von Emissionsreduktion, Wirtschaftlichkeit und Werterhalt des Portfolios.

Abbildung 2: Detailbetrachtung zur Maßnahmenplanung, Credit: BIGDownload: Grafik als JPG, mit „© BIG“

2.6 Ergebnisse und Erfolge

  • Konzernweit einheitlicher Bewertungs- und Entscheidungsrahmen
  • Objektübergreifende Priorisierung von Dekarbonisierungsmaßnahmen
  • Gezielter Mitteleinsatz unter systematischer Berücksichtigung von Emissionsminderungspotenzialen, Kosten, Transformationsnotwendigkeit und Werterhalt

2.7 Lessons Learned und Empfehlungen

  • Standardisierte und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen sind für heterogene Portfolios unverzichtbar
  • Das Framework muss laufend weiterentwickelt und mit der Objektstrategie verknüpft werden
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