Portfoliomanagement im Gebäudebestand

Acht unterschiedliche Wege zu einer strategischen, wirtschaftlichen und klimafitten Bestandsentwicklung

3 BUWOG

3.1 Steckbrief der Organisation

Eigentümerschaft100%ige Tochtergesellschaft der Vonovia SE (Deutschland)
PortfoliogrößeRund 1.500 Gebäude in rund 900 Wirtschaftseinheiten in sieben Bundesländern
NutzungEtwa 97 % Wohnen, 3 % Gewerbe
Wirtschaftliche TätigkeitVermietung und Bestandsbewirtschaftung, Neubau, An- und Verkauf von Wohnungen, Objekten und Portfolios
Tabelle 2: Steckbrief der BUWOGDownload: Tabelle als PNG

Externe Begleitung der Portfolioanalyse durch e7 energy innovation & engineering und DELTA

3.2 Rechtliche und wirtschaftliche Ausgangslage

  • EU-Taxonomie und Förderbedingungen als wichtige Rahmenfaktoren
  • Ausgangsanalyse 2022 auf Ebene der Wirtschaftseinheiten
  • Heterogene Baualtersstruktur, Energieträger und technische Standards

3.3 Ziele der Portfolioanalyse

  • “klimafitter” Gebäudebestand bis 2040
  • CO₂-Emissionen unter 5 kg/m² und Ausstieg aus fossilen Energieträgern
  • Werterhalt, Rendite und ausgewogene OPEX-/CAPEX-Entscheidungen
  • Leistbarkeit, Komfort und Akzeptanz der Mieter:innen berücksichtigen
  • Regulatorische Anforderungen aus OIB RL 6, CSRD/ESRS und EU-Taxonomie erfüllen
  • Sanierungspläne und technisch-organisatorische Lösungsvarianten ableiten

3.4 Ausgangslage des Bestands

  • Rund 1.400 bis 1.500 Gebäude unterschiedlicher Bauperioden
  • Fernwärme dominiert, zugleich relevanter Gasanteil und weitere Energieträger
  • Gebäudehülle und Technik weisen unterschiedliche Sanierungsbedarfe auf

3.5 Herangehensweise und Methodik

Datengrundlage: Energieausweise, Bauteileigenschaften und EPIQR-Maßnahmen, Förderdatenbanken.

Werkzeug: Zusammenführung in einem Excel-basierten Klimaschutzplan.

Priorisierung auf Basis von drei Ebenen:

  • Ebene 1:
    • Clusterung nach technischen Gegebenheiten (am Standort verfügbare Energieträger, thermischer Gebäudestandard, Sanierungserfordernis) und den dadurch abhängigen Maßnahmenpaketen
    • Reihung der Cluster in Form eines Entscheidungsbaumes
Abbildung 3: Vom Klimafit-Check zum objektspezifischen Sanierungspaket, Credit: e7Download: Grafik als JPG, mit „© e7“
  • Maßnahmen an der Gebäudetechnik innerhalb eines Clusters gleich
  • Eigenschaften der Gebäudehülle für die Clusterung nur bedingt relevant
  • Maßnahmen an der thermischen Hülle werden für jedes Gebäude individuell hergeleitet
Abbildung 4: Szenarienanalyse/Visualisierung: z.B. Investitionspfade, Maßnahmenpakete, Kosten, Credit: e7Download: Grafik als JPG, mit „© e7“
  • Ebene 2: Rechtsform, Eigentumsanteil und Portfoliostrategie (Was ist Kernbestand, was nicht?)
  • Ebene 3: Förderfähigkeit und Klimarisiken

Maßnahmenplanung: Grobkostenschätzung auf Basis von clusterspezifischen Maßnahmen sowie Einzelmaßnahmen repräsentativer Gebäude im Cluster; Hochrechnung der Grobkosten auf Cluster sowie Gesamtportfolio.

Abbildung 5: Hochrechnung von Kostenkennwerten vom Referenzgebäude auf den Cluster, Credit: e7, BUWOG, DELTADownload: Grafik als JPG, mit „© e7, BUWOG, DELTA“

3.6 Ergebnisse und Erfolge

  • Priorisierte Sanierungsroadmap und Investitionsplan
  • Transparenz über erwartete CO₂- und Kosteneinsparungen
  • Unterscheidung zwischen Quick Wins und Transformationsprojekten
  • Berücksichtigung von Co-Benefits wie Komfort, Leerstand, Risiko und Wertentwicklung

3.7 Lessons Learned und Empfehlungen

  • Klare Governance und definierte Entscheidungswege sind entscheidend
  • Datenqualität, Standardisierung und Bündelung erhöhen Skalierbarkeit und Planungssicherheit
  • Stakeholdermanagement mit Mieter:innen, Behörden und Partner:innen frühzeitig aufsetzen
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