Portfoliomanagement im Gebäudebestand

Acht unterschiedliche Wege zu einer strategischen, wirtschaftlichen und klimafitten Bestandsentwicklung

4 EGW

4.1 Steckbrief der Organisation

EigentümerschaftGemeinnützige Wohnbauvereinigung
Portfoliogröße11.777 Wohneinheiten in Wien, Niederösterreich und der Steiermark; Baujahre 1931–2023
NutzungMehrheitlich Mietwohnungen
Wirtschaftliche TätigkeitErrichtung, Vermietung, Verkauf und Verwaltung von Wohngebäuden
Tabelle 3: Steckbrief der EGWDownload: Tabelle als PNG

Externe Begleitung der Portfolioanalyse durch einszueins Architektur

4.2 Rechtliche und wirtschaftliche Ausgangslage

  • Klimaschutzzielpfad Österreich und europäische Anforderungen wie Green Deal, Green-Finance, EU-Taxonomie, CSRD/ESRS
  • Rechtliche Rahmenbedingungen aus WGG, WEG und MRG
  • Bundes- und Landesförderungen als wesentlicher Umsetzungsfaktor
  • Interner Strukturwandel: stärkere Verlagerung vom Neubau zum Bestand

4.3 Ziele der Portfolioanalyse

  • Gemeinsame Vision für den Gebäudebestand 2040: Klimaneutralität bis 2040
  • Abteilungsübergreifende Bestandsstrategie mit klaren Verantwortlichkeiten
  • Portfolioanalyse und Organisationsentwicklung miteinander verbinden

4.4 Ausgangslage des Bestands

  • Analyse nach Gebäudealter, energietechnischem Zustand und Heizsystem
  • Differenzierung nach Gebäudetyp (Wohnung, Reihenhaus, Viertelhaus, Student:innenwohnheim), Eigentums- und Betreuungsform (Miete, Wohnungseigentum, EGW-NÖ, Betreuung)
  • Einbeziehung von Fluktuation, Auslaufannuität, EVB und Sanierungsrate

4.5 Herangehensweise und Methodik

Abbildung 6: Dreiphasiger Prozess zur Entwicklung der EGW-Bestandsstrategie, Credit: einszueinsDownload: Grafik als JPG, mit „© einszueins“

Phase 1 – Vorbereitung: Auswahl von Führungskräften aus allen sanierungsrelevanten Abteilungen; unabhängige Vorgespräche und Einstiegsworkshop zu den zentralen Herausforderungen in Bezug auf Bestandssanierungen.

Abbildung 7: Phase 1 – Vorbereitungsphase Portfoliomanagement, Credit: einszueinsDownload: Grafik als JPG, mit „© einszueins“

Phase 2 – Entwicklung: Drei eineinhalbtägige Workshops: gemeinsame Vision, Strategie und konkrete Maßnahmen.

Abbildung 8: Phase 2 – Entwicklungsphase von der Vision bis zu konkreten Maßnahmen, Credit: einszueinsDownload: Grafik als JPG, mit „© einszueins“
  • Workshop 1: Intentionen der einzelnen Abteilungen bewusst machen, Ziele und Herausforderungen sichtbar machen; gemeinsames Verständnis schaffen; gemeinsame Vision für den Gebäudebestand formulieren
  • Workshop 2: Status quo analysieren, Aufgaben sammeln, Projektplan und Strategie erarbeiten
  • Workshop 3: Strategie schärfen, gemeinsames Betrachten des Portfolios, Priorisierungskriterien festlegen und Verantwortlichkeiten verteilen, Maßnahmen festlegen
  • Portfolioanalyse: Begleitende Datenauswertung als fachliche Grundlage des Strategieprozesses

Phase 3 – Kultivierung: Fahrplan beschließen, erste Projekte für die Umsetzung auswählen und Ergebnisse in der Organisation verankern.

Abbildung 9: Phase 3 – Kultivierung der Sanierungsstrategie, Credit: einszueinsDownload: Grafik als JPG, mit „© einszueins“

4.6 Ergebnisse und Erfolge

  • Unternehmensweit sichtbarer Projektplan
  • Regelmäßige Überprüfung und Ergänzung des Maßnahmenfahrplans
  • Breite interne Akzeptanz durch gemeinsame Erarbeitung

4.7 Lessons Learned und Empfehlungen

  • Alle relevanten Abteilungen und Funktionen frühzeitig einbeziehen
  • Gleichberechtigte Stimmen fördern gegenseitiges Verständnis und belastbare Entscheidungen
  • Strategieentwicklung ist nicht nur eine Daten-, sondern auch eine Kultur- und Governance-Aufgabe
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