Portfoliomanagement im Gebäudebestand

Acht unterschiedliche Wege zu einer strategischen, wirtschaftlichen und klimafitten Bestandsentwicklung

5 ÖBB-Infrastruktur AG

5.1 Steckbrief der Organisation

EigentümerschaftAktiengesellschaft im Eigentum der Republik Österreich
PortfoliogrößeRund 3.500 Gebäude und etwa 23.000 Grundstücke; rund ein Drittel unmittelbar für Bahnbetrieb erforderlich und rund zwei Drittel ergänzend betrieblich oder anderweitig genutzt
NutzungNeben betriebsnotwendigen Immobilien auch Wohnen, Büro, Verwaltung, Lager, Gewerbe etc.
Wirtschaftliche TätigkeitVermietung, Verpachtung, Vergabe von Baurechten, aktive Immobilienentwicklung und -bewirtschaftung zur Unterstützung des Bahnbetriebs sowie der Weiterentwicklung der österreichischen Eisenbahninfrastruktur
Tabelle 4: Steckbrief der ÖBB-Infrastruktur AGDownload: Tabelle als PNG

5.2 Rechtliche und wirtschaftliche Ausgangslage

  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Abhängigkeit vom Kerngeschäft
  • Europäische und nationale Klima- und Energieziele, unter anderem EPBD und EU-Taxonomie
  • Eisenbahnrechtliche Rahmenbedingungen bei Entwicklungs- und Umnutzungsvorhaben

5.3 Ziele der Portfolioanalyse

  • Datenbasierte Grundlage für Erhalt und Weiterentwicklung des heterogenen Bestands sowie zur Priorisierung von Investitionen und Maßnahmen im Einklang mit den übergeordneten Zielen der ÖBB-Infrastruktur AG
  • Net-Zero (Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 90 % gegenüber dem Basisjahr 2022) bzw. Klimaneutralität (Ausgleich der Restemissionen) in den Bereichen Mobilität und Gebäude in Österreich bis 2035
  • Ausstieg aus Öl- und Fossilgasheizungen bis 2034
  • 25 % höhere innerbetriebliche Energieeffizienz infolge der Modernisierung des Bahnstromnetzes und der Optimierung des Gebäudebestands
  • Bis 2035 sollen mindestens 90 % der nicht gefährlichen Bau- und Abbruchabfälle zur Wiederverwendung vorbereitet, recycelt, stofflich verwertet oder für Auffüllarbeiten genutzt werden
  • Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse für alle Immobilien sowie darauf aufbauende Maßnahmenpläne zur Erhöhung der Klimaresilienz
  • Berücksichtigung der Bedürfnisse von Mitarbeiter:innen und Nutzer:innen sowie Sicherung von Leistbarkeit und Akzeptanz
  • Erfüllung regulatorischer Anforderungen und Unterstützung der Berichterstattung

5.4 Ausgangslage des Bestands

  • Historisch gewachsenes, stark heterogenes Portfolio
  • Nutzungsbasierte Gliederung in betriebsnotwendige und nicht-betriebsnotwendige Portfolios mit unterschiedlichen strategischen Zielsetzungen
  • Überwiegend eisenbahnrechtlich bewilligte Gebäude mit besonderen Anforderungen an Entwicklung und Umnutzung

5.5 Herangehensweise und Methodik

Klassifizierung: Regel- und nutzungsbasierte Gliederung in Portfolios, Subportfolios und Assetklassen

Datennutzung: Verschiedene Tools für Analyse, Projektsteuerung und Dokumentation

Priorisierung:

  • Strategische Bedeutung, Nutzer:innenbedarf, Entwicklungspotenzial, Leerstand sowie Nachhaltigkeits- und Energieeffizienzpotenziale
  • Strategische Kategorien: Bestandsflächen, Entwicklungsflächen, In Bestand geben (Vermietung, Verpachtung, Baurechte), Veräußerungsflächen sowie Flächen für ökologische Aufwertung und Ausgleichsmaßnahmen

Maßnahmenplanung: Maßnahmen werden gebündelt und programmatisch geplant, z.B. durch Standort- und Quartiersentwicklungen (SQE) zur ganzheitlichen Steuerung und Weiterentwicklung von Bahnhofs- und Infrastrukturstandorten, Weiterentwicklung interner Nutzungspotenziale, strukturierte Sanierungsprogramme z.B. ÖBB-Wohnprogramm und Heizungsumstellungsprogramm

Abbildung 10: Systematik der strategischen Portfoliosteuerung; Credit: ÖBB-Infrastruktur AGDownload: Grafik als JPG, mit „© ÖBB-Infrastruktur AG“

5.6 Ergebnisse und Erfolge

  • Transparenz über Bestand, Risiken und Potenziale
  • Priorisierte Maßnahmen und strategische Investitionsentscheidungen
  • Programmatische Bündelung wiederkehrender Aufgaben

5.7 Lessons Learned und Empfehlungen

  • Eine konsistente Datengrundlage ist zentral – Entscheidungen müssen dennoch auch bei Datenlücken möglich bleiben
  • Geeignete Annahmen und Proxywerte helfen, Handlungsfähigkeit zu sichern
  • Bewährte Programme schrittweise auf weitere Subportfolios und Assetklassen übertragen
Nächstes Kapitel
Cookie Consent mit Real Cookie Banner