Sanierung beginnt vor der Planung
Von Leistungsbildern zu einem ganzheitlichen Leitfaden
2 Mitwirkung an der Weiterentwicklung der Leistungsbilder
Ziel der Arbeitsgruppe der IG Lebenszyklus Bau war es von Beginn an nicht, die bestehenden Leistungsbilder eigenständig fortzuschreiben, sondern deren Weiterentwicklung in enger Abstimmung mit Hans Lechner fachlich zu begleiten und mit unterschiedlichen Kompetenzen aktiv daran mitzuwirken.
Hans Lechner, Autor der Leistungsbilder der LM.VM, hatte bereits im Vorfeld mit der Architekten- und Ingenieurkammer ein vergleichbares Vorgehen zur Überarbeitung und Weiterentwicklung der Leistungsbilder vereinbart. Die Arbeitsgruppe der IG Lebenszyklus Bau konnte sich in diesen laufenden Prozess einbringen und ihre Erfahrungen und Erkenntnisse insbesondere aus der lebenszyklusorientierten Betrachtung von Bauprojekten beisteuern.
Diese Erkenntnisse sollen in eine Fortschreibung des 2012 von Hans Lechner erstellten Werks „Planen und Bauen im Bestand“ (PBiB) einfließen. Dieses war bereits als Ergänzung zu den ebenfalls von ihm entwickelten, überwiegend auf Neubauprojekte ausgerichteten LM.VM-Leistungsbildern gedacht. In der Praxis fand dieser Ansatz jedoch bisher nur begrenzt Anwendung. Zugleich haben Themen wie Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Klimawandelanpassung und lebenszyklusorientierte Wirtschaftlichkeit seitdem deutlich an Bedeutung gewonnen.
Im Rahmen mehrerer gemeinsamer Abstimmungsrunden mit den von Hans Lechner koordinierten und mit Vertreter:innen der Architekten- und Ingenieurkammer besetzten Arbeitsgruppen erfolgte eine fachliche Mitwirkung an folgenden Leistungsbildern:
- Objektplanung
- Tragwerksplanung
- Technische Ausrüstung
- Bauphysik und Nachhaltigkeit
Ein Feedback aus der Arbeitsgruppe betraf dabei auch die Strukturierung der Leistungsbilder. Insbesondere wurde angeregt, die bisher gemeinsam betrachteten Themen Bauphysik und Nachhaltigkeit in eigenständige, klar voneinander abgegrenzte Leistungsbilder zu überführen, vergleichbar mit der separaten Behandlung des Brandschutzes. Dadurch sollen unterschiedliche Aufgabenstellungen, Verantwortlichkeiten und Leistungsinhalte transparenter und eindeutiger definiert werden.
Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe der IG Lebenszyklus Bau ein eigenständiges Leistungsbild zur Nachhaltigkeitsplanung erarbeitet. Dieses wurde Hans Lechner vorgestellt und zur weiteren Abstimmung in die zuständigen Arbeitskreise der Architekten- und Ingenieurkammer eingebracht. Eine entsprechende Rückmeldung steht derzeit noch aus.
Erfolgreiche Sanierungs- und Umbauprojekte erfordern fundierte Entscheidungen bereits vor Planungsbeginn. Die Arbeitsgruppe „Fortschreibung der Leistungsbilder Sanierung und Umbau“ der IG Lebenszyklus Bau begleitet die Weiterentwicklung bestehender Leistungsbilder und erarbeitet einen praxisorientierten Leitfaden für die ganzheitliche Projektvorbereitung.
Dieser soll Auftraggebern, Projektsteuerern und Planenden helfen, den Bestand systematisch zu analysieren, realistische Projektziele zu definieren und unterschiedliche Sanierungsstrategien frühzeitig zu bewerten. So können Fehlentscheidungen, kostspielige Umplanungen und unnötige Planungsschleifen vermieden, Investitionen gezielter eingesetzt und die Potenziale bestehender Gebäude wirtschaftlich und ökologisch besser genutzt werden.
- Eine erfolgreiche Sanierung beginnt bereits vor der eigentlichen Planung mit einer fundierten Auseinandersetzung mit dem Gebäudebestand.
- Eine systematische Bestandsaufnahme schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen und reduziert Planungsrisiken.
- Klar definierte und überprüfbare Projektziele helfen, Fehlentscheidungen und kostenintensive Umplanungen zu vermeiden.
- Die frühzeitige Einbindung unterschiedlicher Fachdisziplinen verbessert die Qualität und Wirtschaftlichkeit von Sanierungs- und Umbauprojekten.
- Bestehende Leistungsbilder müssen stärker auf die besonderen Anforderungen des Bauens im Bestand ausgerichtet werden.
- Ein eigenständiges Leistungsbild für die Nachhaltigkeitsplanung soll Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Leistungsinhalte klarer definieren.
- Die Bewertung unterschiedlicher Sanierungsstrategien muss technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen.
- Ein praxisorientierter Leitfaden soll Auftraggeber:innen, Projektsteuerer:innen und Planenden konkrete Orientierung für die strukturierte Projektvorbereitung bieten.
- Die frühzeitige Verknüpfung der relevanten Leistungsbilder ermöglicht effizientere Planungsprozesse und einen gezielteren Einsatz von Investitionen.
- Ziel ist es, die Potenziale bestehender Gebäude besser zu nutzen und wirtschaftlich tragfähige, ressourcenschonende und zukunftsfähige Bestandsentwicklungen zu ermöglichen.
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