Sanierung beginnt vor der Planung
Von Leistungsbildern zu einem ganzheitlichen Leitfaden
5 Weiteres Vorgehen und Ausblick
Auf Basis des bereits erarbeiteten Strukturentwurfs wird die Arbeitsgruppe den Leitfaden weiter konkretisieren. Neben einer systematischen Darstellung der wesentlichen Prozessschritte und der erforderlichen Verknüpfung der Leistungsbilder sollen insbesondere konkrete Handlungsempfehlungen und ausgewählte Fallstudien aus der Praxis die Anwendbarkeit sicherstellen.
Ein wichtiger nächster Schritt ist die inhaltliche Abstimmung des Leitfadenentwurfs mit Hans Lechner. Damit soll gewährleistet werden, dass der Leitfaden auf den bestehenden beziehungsweise weiterentwickelten LM.VM-Leistungsbildern aufbaut und diese um konkrete Handlungsempfehlungen für die praktische Anwendung bei Sanierungs- und Umbauprojekten ergänzt.
Parallel dazu werden die Rückmeldungen der Arbeitskreise der Architekten- und Ingenieurkammer zum eingebrachten Leistungsbild Nachhaltigkeitsplanung erwartet.
Für die Fertigstellung der entsprechenden Dokumente wird derzeit Anfang 2027 angestrebt. Bis dahin sind weitere fachliche Abstimmungs- und Überarbeitungsschleifen vorgesehen, unter anderem unter Einbindung weiterer relevanter Stakeholder wie Habitat 2030 und ÖGNI. Damit sollen eine breite fachliche Abstimmung, die Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven sowie eine möglichst hohe Praxistauglichkeit der Ergebnisse sichergestellt werden.
Mit dieser Initiative möchte die IG Lebenszyklus Bau einen Beitrag leisten, um die Projektvorbereitung bei Sanierung und Umbau stärker zu professionalisieren und die Voraussetzungen für wirtschaftlich tragfähige, ressourcenschonende und zukunftsfähige Bestandsentwicklungen zu verbessern.
Die zentrale Botschaft: Erfolgreiche Sanierung beginnt nicht erst mit der Planung, sondern mit einer fundierten, interdisziplinären Auseinandersetzung mit dem Bestand, den Projektzielen und den möglichen Entwicklungsstrategien.
Erfolgreiche Sanierungs- und Umbauprojekte erfordern fundierte Entscheidungen bereits vor Planungsbeginn. Die Arbeitsgruppe „Fortschreibung der Leistungsbilder Sanierung und Umbau“ der IG Lebenszyklus Bau begleitet die Weiterentwicklung bestehender Leistungsbilder und erarbeitet einen praxisorientierten Leitfaden für die ganzheitliche Projektvorbereitung.
Dieser soll Auftraggebern, Projektsteuerern und Planenden helfen, den Bestand systematisch zu analysieren, realistische Projektziele zu definieren und unterschiedliche Sanierungsstrategien frühzeitig zu bewerten. So können Fehlentscheidungen, kostspielige Umplanungen und unnötige Planungsschleifen vermieden, Investitionen gezielter eingesetzt und die Potenziale bestehender Gebäude wirtschaftlich und ökologisch besser genutzt werden.
- Eine erfolgreiche Sanierung beginnt bereits vor der eigentlichen Planung mit einer fundierten Auseinandersetzung mit dem Gebäudebestand.
- Eine systematische Bestandsaufnahme schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen und reduziert Planungsrisiken.
- Klar definierte und überprüfbare Projektziele helfen, Fehlentscheidungen und kostenintensive Umplanungen zu vermeiden.
- Die frühzeitige Einbindung unterschiedlicher Fachdisziplinen verbessert die Qualität und Wirtschaftlichkeit von Sanierungs- und Umbauprojekten.
- Bestehende Leistungsbilder müssen stärker auf die besonderen Anforderungen des Bauens im Bestand ausgerichtet werden.
- Ein eigenständiges Leistungsbild für die Nachhaltigkeitsplanung soll Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Leistungsinhalte klarer definieren.
- Die Bewertung unterschiedlicher Sanierungsstrategien muss technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen.
- Ein praxisorientierter Leitfaden soll Auftraggeber:innen, Projektsteuerer:innen und Planenden konkrete Orientierung für die strukturierte Projektvorbereitung bieten.
- Die frühzeitige Verknüpfung der relevanten Leistungsbilder ermöglicht effizientere Planungsprozesse und einen gezielteren Einsatz von Investitionen.
- Ziel ist es, die Potenziale bestehender Gebäude besser zu nutzen und wirtschaftlich tragfähige, ressourcenschonende und zukunftsfähige Bestandsentwicklungen zu ermöglichen.
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