Konstruktion & Technik
Lösungsansätze für die größten technischen Herausforderungen in der Kreislaufwirtschaft
Abkürzungen
| Abk. | Beschreibung |
|---|---|
| CE | Conformité Européenne – Europäische Konformität |
| CO₂ | Kohlendioxid |
| CSRD | Corporate Sustainability Reporting Directive |
| DfD | Design for Disassembly |
| DGNB | Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen |
| DNSH | Do No Significant Harm |
| EPBD | Energy Performance of Buildings Directive |
| EU | Europäische Union |
| GWP | Global Warming Potential |
| LZWi | Lebenszyklus-Wertindex |
| NZEB | Nearly Zero Energy Building |
| OI3 | Ökoindex 3 |
| OIB | Österreichisches Institut für Bautechnik |
| ÖGNI | Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft |
| ÖN B 3151 | Österreichische Norm B 3151 für den Rückbau von Bauwerken |
| UZ | Umweltziel |
| UZ1 | Umweltziel 1: Klimaschutz |
| UZ4 | Umweltziel 4: Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft |
| ZIGeb | Zirkularitätsindex Gebäude |
Die Publikation bündelt praxisnahe Lösungsansätze für zentrale technische Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Anhand konkreter Projekte und Bauteile zeigt sie, welche Möglichkeiten für Wiederverwendung, Weiterverwendung und Sanierung bereits bestehen – und welche technischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.
Im Fokus stehen unter anderem Aushub, Fassaden und Fenster, Ausbauprodukte sowie unterschiedliche Formen der Aufbereitung und Wiederverwendung. Ergänzend werden Gebäudezertifizierungs- und Verifikationssysteme sowie der Lebenszyklus-Wertindex betrachtet. Die Beiträge machen deutlich, wo Kreislaufwirtschaft heute bereits praktikabel umgesetzt werden kann und welche Rahmenbedingungen noch weiterentwickelt werden müssen, damit zirkuläre Lösungen breiter in der Praxis ankommen.
- Kreislauffähiges Bauen scheitert häufig nicht an fehlenden technischen Lösungen, sondern an zu spät verfügbaren Bestands- und Materialdaten sowie ungeklärten Rückbau-, Lager-, Aufbereitungs- und Nachweisprozessen.
- Wiederverwendung und Weiterverwendung funktionieren besonders dann, wenn Bauteile früh geprüft, zerstörungsarm rückgebaut und Logistik sowie Aufbereitung rechtzeitig mitgeplant werden.
- Wirtschaftlichkeit entsteht nicht nur durch günstigere Materialien, sondern auch durch vermiedene Entsorgungs-, Transport-, Neubeschaffungs- und Montagekosten.
- Gewährleistung, Haftung und fehlende Versicherungs- bzw. Finanzierungsmodelle sind zentrale Hürden für die breitere Umsetzung kreislauffähiger Lösungen.
- Kreislaufwirtschaft muss bereits in Wettbewerb, Planung und Ausschreibung verankert werden, damit technische Lösungen später auch vergabe-, zertifizierungs- und nachweisfähig sind.
- Gebäudezertifizierung und EU-Taxonomie machen zirkuläre Qualitäten zunehmend mess- und nachweisbar, bilden jedoch nicht jede ökologische Stärke eines Projekts vollständig ab.
- Der Lebenszyklus-Wertindex erweitert die Bewertung um materialbedingte Emissionen und ermöglicht damit einen vergleichbareren Blick auf Sanierung, Bestandserhalt und Neubau.
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