Vom Stellplatz zur Mehrwertfläche

Parkgaragen im Wandel

3 Typologien und Ausgangslage

Im Zuge der Arbeitsgruppe wurden die folgenden fünf verschiedenen Stellplatztypen einer detaillierten Analyse unterzogen:

  • Garagenpark
  • Innenhofparken
  • Hochgarage
  • Tiefgarage
  • Parken im Erdgeschoss

Diese wurden systematisch entlang der vier zentralen Parameter Ökologie, Ökonomie, Soziales und Architektur analysiert – unter Berücksichtigung der rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen und Potenziale.

3.1 Garagenpark

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ArchitekturDer Garagenpark besteht aus einer einfachen, repetitiven Struktur mit eingeschossigen Einheiten und ebenerdiger Erschließung. Geringe Raumhöhen und die auf Fahrzeuge ausgerichtete Ausstattung erschweren eine Umnutzung.
ÖkologieDie Typologie ist durch einen hohen Versiegelungsgrad und eine monofunktionale Nutzung ökologisch wenig effizient. Gleichzeitig bieten Dächer und Außenflächen Potenzial für Begrünung und Entsiegelung.
ÖkonomieDie Garagen binden viel Fläche für eine Nutzung mit begrenzter wirtschaftlicher Wertschöpfung. Die kleinteilige Struktur ermöglicht jedoch flexible Vermietungsmodelle und unterschiedliche gewerbliche Nutzungen.
SozialesDer Garagenpark ist heute primär auf das Abstellen von Fahrzeugen ausgerichtet – die Vorhöfe sind heute schon Potenzialfläche für die Nutzungserweiterung. Eine Öffnung für neue Nutzungen könnte die Areale stärker in ihr Umfeld integrieren.
Tabelle 1: Garagenhof/GaragenparkDownload: Tabelle als PNG

3.2 Innenhofparken

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ArchitekturDer Innenhof-Stellplatz ist keine bauliche Struktur, sondern eine befestigte Freifläche im Zentrum der Wohnanlage: Ebenerdig, ohne Geschosshöhen-, Trag- oder Rampenproblematik.
ÖkologieVersiegelte Innenhöfe zählen zu den wirksamsten Hebeln gegen sommerliche Überhitzung: Als umschlossene, schlecht durchlüftete Räume konzentrieren sie Versiegelungswärme besonders stark. Bereits eine Teilentsiegelung mit Begrünung senkt nachweislich Nachttemperaturen und dämpft Tagesspitzen und sollte von Kommunen aktiv gefördert werden.
ÖkonomieDie Fläche ist bereits im (Mit-)Eigentum der Hausgemeinschaft, wirtschaftlich entscheidend ist weniger die Bautechnik als die Auslastung: Geteilte Nutzung, Ladeinfrastruktur-Contracting oder Carsharing können aus einer heute oft unterausgelasteten Fläche eine Ertragsquelle machen, ohne bauliche Eingriffe.
SozialesAls halbprivater, von den umliegenden Wohnungen überblickter Raum bietet der Innenhof gute Voraussetzungen für sozialen Austausch und Aneignung durch die Bewohnerschaft. Seine heutige Monofunktion als Abstellfläche steht jedoch häufig im Konflikt mit dem Wunsch nach Aufenthalts-, Spiel- und Gemeinschaftsflächen im selben Raum.
Tabelle 2: Innenhof parkenDownload: Tabelle als PNG

3.3 Hochgarage

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ArchitekturHochgaragen sind als vertikale Bautypologie im öffentlichen Raum sichtbar und wirken direkt auf das Stadtbild. Sie erfordern eine funktionale, platzsparende und tragfähige Architektur. Ausreichende Geschosshöhen und tragfähige Konstruktionsraster sind entscheidend für spätere Umnutzungen.
ÖkologieHochgaragen weisen im Vergleich zu ebenerdigen Flächenparkplätzen eine bessere ökologische Bilanz auf, insbesondere beim Flächenverbrauch. Die materialintensive Errichtung führt jedoch zu hohen grauen Emissionen.
ÖkonomieHochgaragen weisen eine hohe Flächeneffizienz auf, da sie Stellplatzbedarf auf relativ kleiner Grundfläche bündeln. Zudem befinden sie sich meist in zentraler Lage. Gleichzeitig sind sie sehr kapitalintensiv bei langen Amortisationszeiten.
SozialesSozial stehen Hochgaragen oft vor Akzeptanzproblemen, sie werden mit Lärm und Verkehr assoziiert und gelten als unattraktiv. Konzepte, die Hochgaragen als Mobilitätsknotenpunkte mit Mehrwert für das Quartier positionieren (etwa durch integrierte Dachnutzungen wie Sportflächen, Urban Gardening o. Ä.), können zur Steigerung der Akzeptanz und zur besseren sozialen Einbettung beitragen.
Tabelle 3: HochgarageDownload: Tabelle als PNG

3.4 Tiefgarage

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ArchitekturTiefgaragen wirken nur indirekt auf den öffentlichen Raum. Sie erfordern eine auf Fahrzeugverkehr ausgelegte Architektur mit klarer Rampenführung und Rauchabschnitten. Fehlende Belichtung, keine eigenständige Erschließung und hohe Anforderungen an Fluchtwege schränken eine spätere Umnutzung stärker ein als bei oberirdischen Typologien.
ÖkologieDie Errichtung von Tiefgaragen ist besonders materialintensiv, was zu erheblichen grauen Emissionen führt, die über den Lebenszyklus kaum kompensiert werden. Auch der Betrieb ist energieintensiv, da mechanische Lüftung und Beleuchtung durch die fehlende natürliche Belichtung dauerhaft erforderlich sind.
ÖkonomieTiefgaragen bündeln den Stellplatzbedarf unter der Fläche und ermöglichen so deren oberirdische, wirtschaftliche Nutzung. Dem steht eine hohe Kapitalintensität gegenüber. Da sie meist baulich an ein Gebäude gekoppelt sind, lässt sich diese Investition selten isoliert betrachten, sondern nur im Verbund mit der Gesamtrentabilität des Projekts.
SozialesTiefgaragen sind sozial wenig präsent, da sie kaum Lärm oder Verkehr an der Oberfläche erzeugen. Kritisch sind subjektive Sicherheitsaspekte: schlecht einsehbare, unbelichtete Bereiche fördern Angsträume. Ihr sozialer Mehrwert liegt daher weniger in der Garage selbst als in der frei gestaltbaren Fläche darüber – gute Ausleuchtung und klare Wegeführung sind entscheidend für die Akzeptanz.
Tabelle 4: TiefgarageDownload: Tabelle als PNG

3.5 Erdgeschossparken

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ArchitekturEG-Parken ist Teil der tragenden und räumlichen Grundstruktur des Gebäudes und kann dadurch langfristig als robuste Flächenreserve dienen. Seine Eignung für andere Nutzungen wird jedoch durch parkoptimierte Raumhöhen, Stützenraster, Rampen, Fassaden und Belichtung bestimmt. Je anpassungsfähiger diese Elemente geplant sind, desto größer das spätere Nutzungsspektrum.
ÖkologieEG-Parken vermeidet zusätzliche oberirdische Flächeninanspruchnahme. Gleichzeitig bleiben wertvolle, meist versiegelte Flächen langfristig dem Auto vorbehalten. Eine spätere Umnutzung kann vorhandene Bausubstanz weiternutzen, erzeugt je nach Eingriff jedoch zusätzlichen Material- und Energieaufwand.
ÖkonomieDer Gebäudesockel bietet grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine spätere Aktivierung, da er ebenerdig und vergleichsweise gut erschließbar ist. Wirtschaftlich entscheidend sind jedoch Raumhöhe, Tragstruktur, Belichtung und Anpassungsaufwand. Eine Umnutzung kann neue Ertragspotenziale schaffen, steht aber den Investitionen und einem möglichen Verlust bestehender Stellplatzerlöse gegenüber.
SozialesAls Schnittstelle zum öffentlichen Raum kann der Gebäudesockel bei einer Umnutzung neue Angebote für Quartier und Nachbarschaft aufnehmen. Gleichzeitig ist die Parknutzung selbst wenig auf Aufenthalt und Begegnung ausgerichtet. Die tatsächliche soziale Qualität einer Transformation hängt daher stark von Lage, Nutzungskonzept und lokalem Bedarf ab.
Tabelle 5: ErdgeschossparkenDownload: Tabelle als PNG
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