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Für Klimaschutz und Arbeitsplätze: Gebäudetechniker*innen braucht das Land

Bundesministerium für Klimaschutz – Petitionsübergabe und Präsentation der Initiative „ Gebäudetechnikerinnen braucht das Land “

 

Gebäudetechniker übernehmen zentrale Aufgabenbereiche in Bauprojekten. Sie sind u. a. zuständig für die Heizungs- und Kältetechnik, Lüftung, Sanitärinstallationen, Versorgungstechnik oder Elektroinstallationen. Sie sind die Spezialisten für Klimaschutz und Digitalisierung.

 

In der Öffentlichkeit fehlt es an Wissen über die vielfältigen Kompetenzen und die zentrale Rolle der Gebäudetechnik in der Planung und Umsetzung von Bauprojekten. Dabei ist der Beruf des Gebäudetechnikers höchst attraktiv und zugleich zukunfts- und krisenfest: Wer Gebäudetechniker wird, hat einen Job auf Lebzeit und darüber hinaus ist dieser mit weltweiten Karrieremöglichkeiten verbunden“, so Klaus Reisinger, Vorstand der IG Lebenszyklus Bau, iC consulenten ZT GmbH, der die Initiative und die Petition gemeinsam mit Roman Weigl, Fachverbandsobmannstellvertreter der Ingenieurbüros der WKO, Wolfgang Stumpf, Donau-Universität Krems und Gunther Herbsthofer, Verband der technischen Gebäudeausrüster, ins Leben rief. Die Petition „Gebäudetechniker*innen braucht das Land“ wurde von rund 40 nationalen und internationalen Unternehmen mit über 4.000 Mitarbeitern unterzeichnet.

 

Wie ein Schiff ohne Matrosen, so muss man sich den Notstand und Fachkräftemangel an Gebäudetechnikern in Österreich aktuell leider vorstellen“, betont Gunther Herbsthofer, Vorsitzender des Verbands der technischen Gebäudeausrüster. Dabei ist die Gebäudetechnik eine der zentralen und weichenstellenden Branchen für effektiven Klimaschutz und Garant für ein gesundes Klima, ohne das wir nicht leben und arbeiten können. In einer Zeit rückläufiger Lehrlingszahlen explodiert zugleich die Nachfrage nach hervorragend ausgebildeten und engagierten Gebäudetechnikern. Fachkräfte sind nötig, um die Klimavorgaben der Regierung umzusetzen. Die Nachfrage ist so hoch, dass Aufträge bereits abgelehnt werden müssen.

 

Trotz des großen Bedarfs an Fachkräften mangelt es in weiten Teilen Österreichs an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten“, so Roman Weigl, Fachverbandsobmannstellvertreter der Ingenieurbüros der WKO. Das stellt Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vor große Probleme. Der aktuelle Notstand an Gebäudetechnikern liegt in der mangelnden technischen Grundausbildung in den Pflichtschulen begründet und setzt sich fort mit einem viel zu geringen Ausbildungsangebot vor allem im Westen und Süden Österreichs. Gegenwärtig gibt es fast ausschließlich Angebote für Gebäudetechnik HTLs im Osten der Republik. Das muss sich dringend ändern: Um den Bedarf an Fachkräften zu decken, ist ein dichteres, regionales Angebot in allen Bundesländern erforderlich. Dieses Angebot muss auch die universitäre Ausbildung umfassen, um so den komplexen Ansprüchen aus der Praxis gerecht zu werden als auch notwendige wissenschaftliche Forschungen in diesem Bereich voranzutreiben. „Um den Klimaschutz in unserem Land voranzutreiben, ist die Vermittlung eines klimaschützenden und umweltbewussten technischen Wissens der Gebäudetechniker dringend erforderlich, was in einer Weiterentwicklung und einen Ausbau des Aus- und Weiterbildungsangebotes im Bereich Gebäudetechnik münden sollte“, so Jürgen Schneider, Sektionschef im Ministerium für Klimaschutz.

 

Wolfgang Stumpf von der Donau-Universität Krems appelliert an die klimabewussten Jugendlichen unseres Landes, ihr Ja zum Klimaschutz mit einem praktischen Beitrag ihrer Berufswahl zu unterstreichen. Auch der Anteil der Frauen an Fach- und Führungskräften in technischen Berufen wie der Gebäudetechnik soll mittels Kampagnen und früher Weichenstellungen in den Pflichtschulen während der kommenden Jahre erhöht werden.

 

Mit acht konkreten Forderungen, die in der heute übergebenen Petition festgehalten sind, tritt die Initiative „Gebäudetechniker*innen braucht das Land“ an die Politik heran. Ziel ist es, budgetäre und parlamentarische Verhandlungen zur Überwindung des Fachkräftemangels in Österreich einzuleiten:

 

  • Stärkung des Images von Gebäudetechnikern
  • Mehr Technikunterricht in der Pflichtschule
  • Aufwertung des Lehrberufes: Installations- und Gebäudetechniker
  • Aufwertung und bessere regionale Verteilung der Gebäudetechnik HTLs
  • Stärkung des Bereichs Gebäudetechnik im Rahmen der universitären Ausbildung
  • Weiterentwicklung des Aus- und Weiterbildungsangebots im Bereich Gebäudetechnik
  • Unterstützung von Frauen, die sich für die Gebäudetechnik begeistern
  • Stärkung der Rolle der Gebäudetechniker*innen in Projekten

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LEBENSZYKLUS UND GREEN DEAL

Nachbericht der Mitglieder- und Interessenten-Veranstaltung am 4. Juni 2020

 

Erfolge des ersten Halbjahres sowie aktuelle Projekte der IG LEBENSZYKLUS BAU wurden am 4. Juni im Rahmen einer Online-Konferenz vorgestellt. Auch die Arbeitsgruppen präsentierten erste Zwischenergebnisse vor rund 40 Teilnehmern.

 

Wichtige Schritte in diesem Jahr waren die Gewinnung von zahlreichen neuen Mitgliedern, die Übergabe der Petition „Gebäudetechniker*innen braucht das Land!“ an das Bundesministerium für Klimaschutz sowie die sowie die Planung des 10. Kongresses der IG zum Thema „Green Deal“ im Oktober. Ein weiteres Projekt ist die Entwicklung der IG LEBENSZYKLUS BAU Library App, mit der ab Ende des Monats ein leinfacher Zugang zu Publikationen, Modellen und Videos der IG ermöglicht wird.

 

Karl Friedl, Initiator und Vorstand der IG LEBENSZYKLUS BAU, stellte das Innovationslabor „Digital findet Stadt“ vor. Diese Plattform für digitale Innovation der Bau- und Immobilienwirtschaft wurde von der IG LEBENSZYKLUS BAU gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) entwickelt. Sie will Digitalisierungs-Know-How in Österreich – mit Fokus auf Open BIM und Smart Buildings – bündeln und vor allem KMUs bei der Umsetzung dieser Innovationen unterstützen, sowie Forschung zum Thema vorantreiben. Offizieller Projektstart ist August 2020.

 

IG-Vorstand Erich Thewanger hielt eine passionierte Keynote zum Thema „Herausforderung, Nachhaltigkeit, Standorteinschätzung, Green Deal, Green Finance & Co“, die auch Stoff für Diskussion bot.

Zuletzt präsentierten die Leiter*innen der Arbeitsgruppen vorläufige Ergebnisse. Für Auflockerung des dichten Programms sorgte etwa Thomas Hellweg, Leiter der AG Soziale Vernetzung: In einem von der AG entworfenen, kooperativen Spiel planen die Spieler gemeinsam das „Stadtquartier der Zukunft“. Marc Guido Höhne und Wolfgang Kradischnig von der AG Hybrides Projektmanagement fragten u.a. die Meinung der Teilnehmer zu ihrem Arbeitsschwerpunkt ab.

 

Klaus Reisinger gab einen Sneak Peak in Forschungsergebnisse der AG Klimaneutrale Gebäude, die den CO2 – Fußabdruck von einem Gebäude – Errichtung, Betrieb, Lage des Gebäudes – vergleicht. Ob ein Altbau in der Stadt oder ein Passivhaus in der Umgebung besser für’s Klima ist, wird beim 10. Kongress der IG LEBENSZYKLUS BAU im Herbst verraten.


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Bauträger-Forum 2020

Die Arbeitsgruppen: Themen, Ideen, Fragen

 

Welche Erfahrungen haben Sie in ihren eigenen Bauprojekten mit einem Mix aus klassischem Bauprojektmanagement und agilen Methoden bereits gemacht?

 

Haben Sie ein Projekt, das Sie – egal ob es erst startet oder ob es sich in Planung oder Ausführung befindet – gerne zur Verfügung stellen möchten? 

 

Bei komplexen Projekten gibt es kein wichtigeres Thema als ein agiles und intelligentes Projektmanagement.“ Dirk Jäger (Bundesimmobiliengesellschaft)

 

 „Je komplexer und vielschichtiger ein Projekt, beispielsweise in der Stadtentwicklung, ist, desto wichtiger wird das Thema eines agilen und interdisziplinären Projektmanagements. Peter Ulm (Allora Immobilien)

 

„Die ständige Evaluierung von Projekten, Strukturen und ein agiles Projektmanagement sind essentiell für den Erfolg eines Bauprojekts. Ebenso wichtig ist hier ein hoher Grad an Digitalisierung. Insbesondere jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, sehen wir deutlich, dass viele praktisch über Nacht etablierten Digitalisierungsschübe auch nach Corona erhalten bleiben werden. Wir planen derzeit verschiedene Home-Office Modellen, an einem neuen Gleichgewicht zwischen alt und jetzt.“ Michael Baert (IFA),

 

„Was werden wir nach Corona von New Work übernehmen? Die Planungen dazu bei der Stadt Wien laufen auf Hochtouren. Beispielsweise wird es für die Mitarbeiter*innen der Stadt Wien in vielen Bereichen neue Arbeitsmodelle geben, und das schon ab Juni 2020. Zwanzig bis dreißig Prozent Home Office pro Woche sind eine reale und sinnvolle Möglichkeit. In zwei bis fünf Jahren werden sich dann Arbeitsmodelle und ihre Strukturen grundlegend ändern.“ Thomas Madreiter (Stadt Wien)

 

Haben Investitionen in oder Reduktionen von Infrastruktur eine nachhaltigere Anreizwirkung für eine Mobilitätswende?

 

„Wenn man neue Stadtteile oder Stadtquartiere plant, müssen wir ausprobieren, wie wir auch in Knappheitsverhältnissen steuern und wirken können. Das Mehr oder Weniger ist insbesondere in der Stadtentwicklung nicht eindeutig zu beantworten. Wichtig ist: Es muss immer ein sinnvoller Mix aus „Push“ und „Pull“ sein. Nur wenn hier eine gute Balance erreicht wird, können Bau- und Entwicklungsprojekte erfolgreich sein.“ Thomas Madreiter (Stadt Wien)

 

Wie können Bauträger durch Bereitstellung energieflexibler Gebäude einen Beitrag zur Energiewende leisten?

 

„Energie kann man nicht ohne den Kunden denken. Energie ist ein zentrales gesellschaftliches Thema. Das beginnt bei Überlegungen von „Smart Home“ bis zur Frage des Kunden: „Wie intensiv möchte ich mich mit meiner Stromrechnung auseinandersetzen?“ Wichtig ist, dass das Thema Energieflexibilität einen Mehrwert für den Kunden schafft. Wenn ja, dann macht dieses Thema für mich einen Sinn und sollte groß und standortorientiert gedacht werden.“ Walter Hammertinger Value ONE)

 

Große Fotovoltaikanlagen machen derzeit nur einen Sinn, wenn wir den Strom

selbst nutzen können. Darüberhinaus wird es schwierig. Das Thema der Energieflexibilität ist ein komplexes Thema, wenn es darum geht, Strom über die Grundstücksgrenze hinaus zu liefern.

 Dirk Jäger, (Bundesimmobiliengesellschaft)

 

„Energieflexibilität wird langsam aber sicher als Thema „markttauglich“. Das Thema kommt beim Kunden an.“ Walter Hammertinger Value ONE)

 

„Die Regierung möchte bis 2030 Fotovoltaikanlagen in Österreich in der Größe von 100 Quadratkilometern bauen. Das ist eine enorme Herausforderung und wird nur dann funktionieren, wenn diese Anlagen auf bereits bestehenden Gebäuden weitestmöglich installiert werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass es für Energieerzeugungsgemeinschaften Lösungen geben kann, die zum Wohl aller dienen können.“ Bertold Lindner (Heid & Partner)

 

„Es gibt einen hohen Bedarf an intelligenten technischen Schaltungen und Regelungen. Hier benötigen wir neue Regelungstechniken und eine stetige Wartung dieser neuen Anlagen.“ Dirk Jäger (Bundesimmobiliengesellschaft)

 

Wie würden Maßnahmen Ihr Geschäft beeinflussen, die Grundstücke aus der Position von spekulativen Commodities herausnehmen? Zum Beispiel könnten Grundstücke ab sofort nur mit einer Wertsteigerung von 50% der Inflationsrate weiterverkauft werden.

 

Würden Sie hundertprozentige Bodenwertabgaben zur Abschöpfung von Widmungs- und BPlangewinnen unterstützen?

 

Eine Einschränkung beim Verkauf von Grundstücken ist eine Möglichkeit der Steuerung. Bei der Abschöpfung der Bodenwertabgabe ist es die Frage, wo sie anfällt. Eine Verteilungsgerechtigkeit der Bodenabgabe muss gefunden werden. Aber es ist bestimmt das tauglichste Instrument, um das knappe Gut „Boden“nicht verwertbar, aber nutzbar zu machen. Peter Ulm (Allora Immobilien)

 

Wir sehen den Spekulationsgewinn am Grundstück nicht als treibende Kraft für eine Projektentwicklung. Die meisten Spekulationsprofiteure sind keine Projektentwickler.“ Christoph M. Achammer (ATP)

 

Die Unsicherheit muss im Preis abgebildet sein, den man für ein Grundstück zahlt. Das Risiko muss immer kommuniziert werden .“ Thomas Madreiter (Stadt Wien)

 

Grund und Boden sind grundsätzliche Ressourcen, die nicht vermehrbar sind. Wir müssen den spekulativen Teil dem Grundstück nehmen. Wertschöpfung muss der öffentlichen Hand zugutekommen. Christoph M. Achammer (ATP)

 

Welche recyclingfähigen Baustoffe bzw. wiederverwendbaren Bauteile setzen Sie bereits ein?

 

Was hindert Sie daran, ausgebaute (gebrauchte) Bauteile in Ihren Bauvorhaben weiter zu verwenden, bzw. Recyclingbaustoffe einzusetzen und wie groß sehen Sie jeweils das Potenzial dafür?

 

„„In der Mariannengasse in Wien läuft zurzeit das größte Re-Use-Projekt europaweit. Hier haben wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Gute Produktdatenbanken mit Produktinformationen zum Thema sind hier sehr wichtig.“ Dirk Jäger (Bundesimmobiliengesellschaft)

 

„Der Materialverbrauch eines West-Europäers wie aktuell ist so in der Zukunft nicht mehr fortführbar. Wenn wir im Klimaschutz erfolgreich sein wollen, dann muss es auch staatlich verordnete Rahmenbedingungen und ordnungspolitische Vorgaben geben. Die Zeit drängt! Eine weitere Prokrastination ist nicht mehr möglich.“ Thomas Madreiter (Stadt Wien)

 

„Die Wiederverwendbarkeit von Baumaterial ist für uns private Bauträger ein sehr wichtiger Punkt und gewinnt stetig an Bedeutung Peter Ulm (Allora Immobilien)

 

Welche Maßnahmen der öffentlichen Hand sind aus Ihrer Sicht notwendig, damit eine Projektentwicklung auf industriellen/gewerblichen Brachflächen wirtschaftlich attraktiv wird?

 

„Die Projektentwicklung auf industriellen und gewerblichen Brachflächen ist für private Bauträger ein sehr schwieriges Thema, da hier nur eingeschränkte Verwertungschancen möglich sind, da das Risiko einfach zu hoch ist.“           Peter Ulm (Allora Immobilien)

 

„Bei einer Projektentwicklung auf leicht kontaminierten Brachflächen stellt sich unausweichlich die Frage nach der Übernahme der Haftung. Nur ein Dritter, also eine Versicherung, kann hier Haftungsaufgaben übernehmen.“ Thomas Madreiter (Stadt Wien)

 

Nicht nur das Risiko und die eingeschränkten Verwertungschancen spielen hier eine Rolle. Auch sind oft ungünstige Grundstückslagen von Einfluss. Das ist ein sehr vielschichtiges Thema und hier gibt es viele beeinflussende Koordinaten, was eine jeweilige Einzelfallprüfung erfordert.“ Michael Baert (IFA)