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KONNEX BAU Spezial „8 ½ Trends: Ein Report aus der Zukunft“

Mit der Veröffentlichung des Trend-Reports „8 ½ Trends“ werfen wir einen Blick in die Zukunft der Branche: Ob Corporate Climate Responsibility, das Mieten von Bauteilen und Baustoffen, Topfield-Developments oder Biophilic Design – im Rahmen des Trend-Reports wird deutlich, wo die Reise beim nachhaltigen Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden hingeht.

 

In zwei „Deep Dives“ von Markus Hörmanseder (LibertyDotHome) und Harald Mezler-Andelberg (Lindner Group) wurden beim KONNEX BAU Special am 1. Februar 2023 die Trends Humanökonomie und Mieten von Bauteilen und Baustoffen im Detail vorgestellt und anschließend in einer Paneldiskussion diskutiert.

 

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Digitale Grundlagen für kreislauffähiges Bauen – Teil 2

Im Rahmen unseres KONNEX BAU Onlineforums am 24. Jänner 2023 präsentierten Steffen Robbi, Geschäftsführer von Digital Findet Stadt, und Marcel Özer, EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer, welche Rolle die Digitalisierung in der Kreislaufwirtschaft im Bau spielen wird und gaben anhand von konkreten Anwendungsbeispielen eine Übersicht über die Möglichkeiten der digitalen Nachweisführung.

 

Anwendungsbeispiele:

  • Stadt Heidelberg als Rohstoffdepot der Zukunft
  • Stadt München – Materialpässe als Qualitätskriterium für Gebäudekonzepte

 

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Zur Videoaufzeichnung des KONNEX BAU „Digitale Grundlagen für kreislauffähiges Bauen – Teil 1“

 

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Humanökonomie – Best Practice: Liberty Dot Home

SOS-Kinderdorf in Altmünster, Hotelprojekt in Natterndorf © Liberty Dot Home
SOS-Kinderdorf in Altmünster, Hotelprojekt in Natterndorf © Liberty Dot Home

„Die Bilanz eines Gebäudes lässt sich nicht nur in Baukosten-Euro messen“, sagt Markus Hörmanseder. „Wenn man die Auswirkungen des Bauens transparent darstellen will, dann muss man auch die Kosten für Betrieb, Wartung, Instandhaltung, Sanierung und Abbruch darstellen sowie die Schadstoff-Emissionen, die klimatischen Konsequenzen und den sozialen Impact auf die Gesellschaft auspreisen.“

 

2019 gründete der ausgebildete Bauingenieur und Luftfahrttechniker mit ein paar Kollegen das etwas andere Baumeisterunternehmen Liberty Dot Home mit Sitz in Linz. Die Projekte, die zumeist in Holzmassivbauweise ausgeführt werden, kommen mit einer langen Preisliste daher – mit den Kosten für 50 Jahre Betrieb sowie für Abbruch und Entsorgung, mit einer genauen Emissionskalkulation der Umweltindikatoren (Primärenergie, Versauerung und Treibhauspotenzial) sowie mit einer gemeinwohlökonomischen Bilanz.

 

„Wenn wir etwas verändern wollen“, sagt Hörmans-eder, der mit seinem Team gerade ein SOS-Kinderdorf in Altmünster baut und auf der Baustelle Praxis-Workshops mit den Kids veranstaltet, „dann brauchen wir einen Mindshift – weg von Profitmaximierung, hin zu Sinnmaximierung. Wir sind ein junges Unternehmen, und auch wir machen noch nicht alles perfekt, aber unsere Ambition ist, für die Zukunft so verträglich wie möglich zu agieren. Das ist keine Option, das ist eine Verpflichtung.“

 

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Humanökonomie – Experte: Andreas Novy

Andreas Novy, Sozioökonom, WU Wien 
© WU Wien
Andreas Novy, Sozioökonom, WU Wien © WU Wien

Körperanstrengung, Lohnforderungen, Arbeits-unfälle: Ist die Bauwirtschaft menschlich?

Die Bauwirtschaft ist ein Bespiel dafür, dass es eine ganz eigenwillige Diskrepanz im Kapitalismus gibt. Tätigkeiten, die eigentlich von großer Bedeutung sind, werden gesellschaftlich gering geschätzt und schlecht bezahlt. Es gibt Defizite.

 

Wie können wir dieses Missverhältnis korrigieren?

An der WU arbeiten wir an einem neuen qualitativen Verständnis von Wirtschaft. Demnach geht es nicht nur um Effizienzsteigerung und Optimierung des Ressourceneinsatzes, sondern auch um eine neue Organisation unserer Lebensgrundlagen, um Suffizienz. Und es findet bereits ein Umdenken statt: Die EU überlegt, das klassische Rechnungswesen um soziale, ökologische und klimatische Dimensionen zu ergänzen – und auf diese Weisen auch die Wechselwirkungen der Wirtschaft zu berücksichtigen.

 

2023 tritt in Deutschland das Lieferketten-sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Kraft. Was wird sich dadurch ändern?

Ich bin davon überzeugt, dass davon vor allem auch die schwächsten Glieder der Lieferkette profitieren werden. Deutschland ist hier vorausgegangen, aber es wird bereits an einem EU-weiten LkSG gearbeitet.

 

Bei T-Shirts und Bananen funktioniert es bereits. Wird es jemals eine Fair-Trade-Baustelle geben?

100-prozentig! Und nicht Fair-Trade-Baufirmen werden es zunehmend schwerer haben.

 

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Biophilic Design – Best Practice: Grüne Erde

Grüne Erde Welt im Almtal © Grüne Erde
Grüne Erde Welt im Almtal © Grüne Erde

Das oberösterreichische Unternehmen Grüne Erde wurde 1983 gegründet und ist auf die Produktion von Biomöbeln und ökologischen Heimtextilien und Wohnaccessoires spezialisiert. Der neue Schauraum und Produktionsstandort im Almtal sollte die biologische Wertehaltung auch auf der Ebene der Architektur widerspiegeln.

 

Architekt Klaus Klaas Loenhart und Bauherr Reinhard Kepplinger entschieden sich, die sogenannte Grüne Erde Welt auf dem bereits versiegelten Standort eines ehemaligen Küchenherstellers zu errichten und sowohl in der Architektur als auch im Innenausbau die Prinzipien des Biophilic Design anzuwenden. Das Resultat ist ein Holzbau mit weiß lasierten Fichtestützen und aussteifenden und zugleich schallschluckenden Holzkassetten an der Decke. In Anlehnung an die komplett metallfreien Möbel im Sortiment wurde im gesamten Gebäude zu 98 Prozent auf erdölbasierte Produkte verzichtet.

 

Herzstück des Projekts sind die 13 begrünten Lichtatrien, die unterschiedlich bestückt und bepflanzt sind und im Sommer bei geöffneten Fenstern zur Querlüftung genutzt werden können. Die Laub- und Nadelbäume und die vielen Gräser und Sträucher bereichern nicht nur den Schauraum, sondern vor allem auch die insgesamt 50 Arbeitsplätze in der Polster- und Matratzenproduktionshalle. Der Blick ins Grüne rückt das Arbeiten in ein neues Licht.

 

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Biophilic Design – Expertin: Helga Fassbinder

Helga Fassbinder, Stadtplanerin, Biotope City
© Biotope City
Helga Fassbinder, Stadtplanerin, Biotope City © Biotope City

Sie haben schon eine Biotope City in Wien konzipiert und planen bereits die nächste. Was sind die Learnings?

Biotope sind sehr arbeitsteilig. Schon ohne Grün haben einzelne Disziplinen die größte Mühe zu kooperieren. Mit Grün ist es noch viel komplizierter. Es braucht von Anfang an ein Biotop-Management auf operativer Ebene.

 

Wie schaut es im Innenraum aus?

Besser. Denn all das, wofür wir auf Stadtplanungsebene noch kämpfen, hat die Privatwirtschaft in ihren Büroräumlichkeiten längst erkannt und angewandt. Pflanzen und Grünraumplanung sind aus vielen Innenräumen nicht mehr wegzudenken. Und oft wird die Flora gar nicht mehr gekauft, sondern mit diversen Service-Leistungen angemietet. Das könnte man auch auf den Außenraum übertragen.

 

Wie können wir von Biophilic Design profitieren?

Unsere architektonische Ästhetik basiert immer noch auf einer harten Trennung von Totem und Lebendigem. Das eine können wir selbst erschaffen und kontrollieren, das andere jedoch entzieht sich unserer absoluten Kontrolle. Biophilic Design vereint diese beiden scheinbaren Gegensätzlichkeiten zu einer Symbiose – und bedingt eine professionelle Steuerung, Betreuung und Beobachtung grüner, lebendiger Materie. Das mag nach Steuerungssucht klingen, ist aber nichts anderes als unsere eigene, längst überfällige Einordnung in den Zyklus des Lebendigen.

 

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Topfield-Developments – Best Practice: Immofinanz

On Top Living, Immofinanz © Lichtblau Spindler Architekten, Zoom VP, Immofinanz
On Top Living, Immofinanz ©
Lichtblau Spindler Architekten, Zoom VP, Immofinanz

2011 löste das Bundesrealgymnasium in der Innsbrucker Au, das über einem mehrgeschoßigen Einkaufszentrum errichtet wurde, noch eine Welle der Empörung aus. Und auch, als der gemeinnützige Bauträger WBV-GPA auf das Dach des Wiener Auhof-Centers 2015 einen Wohnbau mit 71 geförderten Wohnungen hinaufhievte, sorgte das Vorhaben für kollektives Kopfschütteln. Heute wissen wir, dass viele Leute die preisgünstige Alternative schätzen und in der Enthobenheit der Dinge die Ruhe und Aussicht genießen.

 

Auch die Immofinanz, die eigentlich auf Büro- und Retail-Immobilen fokussiert ist, hat das Potenzial von Topfield-Developments erkannt. In den kommenden zehn Jahren will sie 70 der derzeit 100 Nahversorger und Retail-Parks der Dachmarke „Stop Shop“ mit dringend benötigtem Wohnraum überbauen. Je nach Standort reicht der Wohnungsmix vom von Mini-Lofts über klassische Familienwohnungen bis hin zu Sonderwohnformen mit abtrennbaren Einheiten für Gäste und Pflege.

 

Erst kürzlich wurde am Wienerberg das erste Pilotprojekt der neuen Marke „On Top Living“ realisiert – mit einer 54 Quadratmeter großen Musterwohnung in vorgefertigter Holzbauweise. Die ersten regulären Topfield-Wohnbauten entstehen in Prag, Bratislava, Maribor, Belgrad und Wien-Simmering. Mittelfristig, sagt Immofinanz-Vorstand Dietmar Reindl, könnten auf diese Weise bis zu 12.000 Wohnungen entstehen.

 

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Topfield-Developments – Experte: Arthur Kanonier

Arthur Kanonier, Professor für Bodenpolitik, TU Wien © TU Wien
Arthur Kanonier, Professor für Bodenpolitik, TU Wien © TU Wien

Welche Nutzungen eignen sich zur Stapelung bzw. zur Überbauung?

In hochwertigen Lagen mit hoher Attraktivität und guter öffentlicher Anbindung ist Wohnen möglich. Sonst sprechen wir vor allem von Büro und Gewerbe. Auch PV-Anlagen sind gut geeignet – auf einem EKZ-Dach ist Photovoltaik immerhin besser aufgehoben als irgendwo in der Landschaft.

 

In Österreich wurden bislang erst wenige Topfield-Projekte realisiert. Warum eigentlich?

Das hat zum einen rechtliche Gründe, denn der Eingriff ins Eigentum ist meist recht heikel. Man ist auf die Initiative und die Bereitschaft des Grundeigentümers angewiesen. Zum anderen hat das auch technische und finanzielle Gründe, denn – noch – ist das Bauen auf der grünen Wiese billiger.

 

Wer hat die Nase vorn?

In Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich ist mittlerweile vorgeschrieben, dass Supermärkte und Shoppingcenter nicht mehr eingeschoßig errichtet werden dürfen. Der nächste Schritt wäre jetzt die Ausrollung auf andere eingeschoßige Flächenfresser.

 

In New York kann man dem Nachbarn in Form eines Luftrechts Lufträume abkaufen. Ist das auch in Österreich denkbar?

Ich fürchte, dazu fehlt uns die rechtliche Grundlage. Vorstellbar wäre jedoch eine abgespeckte Version – in Form von Nutzungs- und Servitutsrechten. Auf jeden Fall braucht es formale Flexibilität.

 

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Das Viertelstunden-Quartier – Best Practice: Europaallee, Zürich

Europaallee in Zürich © René Dürr, Lucas Peters Architecture Photography, KCAP
Europaallee in Zürich © René Dürr, Lucas Peters Architecture Photography, KCAP

Einst waren hier Lagerhallen der Schweizer Bundesbahnen (SBB) untergebracht, nun wurde das acht Hektar große Areal in unmittelbarer Nähe zum Zürcher Hauptbahnhof zu einem gemischt genutzten Stadtquartier ausgebaut – mit 46 % Büronutzung, 23 % Wohnen, 20 % Bildung und elf Prozent Kultur, Gewerbe und Gastronomie.

 

„Neben dem großen Nutzungsmix gibt es ein ziemlich ausgeklügeltes Strategiekonzept für die Nutzung der Erdgeschoß- und Arkadenzone“, sagt Ute Schneider, Partnerin bei KCAP Architects & Planners. „Die SBB und die Developer haben sich darauf geeinigt, die Geschäftsmieten etwas niedriger anzusiedeln. Zudem wurden die Mieteinheiten bewusst so gestaltet, dass sie für einen H&M oder einen Zara zu klein und somit auch nicht attraktiv sind.“ Angesiedelt hat sich eine junge, alternative Gewerbe- und Gastronomieszene mit einem gewissen Lokalkolorit. Zudem dient die Pädagogische Hochschule als wertvoller Frequenzbringer in den Tagesrandzeiten.

 

Aufgrund der zum Teil monotonen Freiraumarchitektur und der hochpreisigen Marktpositionierung wird die autofreie Europaallee in Fachkreisen – zu Recht – stark kritisiert. Und dennoch ist das neu geschaffene Viertelstunden-Quartier ein gutes Beispiel dafür, wie mit gezieltem Management eine multifunktionale Stadt der kurzen Wege geschaffen werden kann. Aus den restlichen Fehlern kann man noch lernen.

 

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Das Viertelstunden-Quartier – Expertin: Helle Søholt

Helle Søholt, Stadtplanerin, Gehl People © Gehl People
Helle Søholt, Stadtplanerin, Gehl People © Gehl People

Welche Beispiele fallen Ihnen ein, wenn Sie an das Viertelstunden-Quartier denken?

Kopenhagen mit seinen Fußgängerzonen, Radwegen und inklusiven Gestaltungen. Paris mit seiner hoch zelebrierten Flanierkultur und seinen innovativen Mobilitätskonzepten. Aber auch Tokio mit seinen vielen dörflichen Strukturen, die heute immer noch Sicherheit und hohe Lebensqualität ausstrahlen.

 

Was sind die wichtigsten Elemente eines solchen Quartiers?

Die gute Erreichbarkeit braucht eine hohe Vielfalt und Kompaktheit von Gebäuden und Freiräumen. Aber auch die Software muss stimmen: Zugang zu unseren täglichen Bedürfnissen wie etwa Supermarkt, Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen, Arbeitsplatz, Bildungseinrichtungen, Gesund-heitsinfrastruktur sowie zu kulturellen, sportlichen und religiösen Einrichtungen für zwischenmensch-liche Begegnung.

 

Welche Kräfte brauchen wir, um die Transformation zu schaffen?

Verpassen Sie keine Krise, um etwas zu verändern! Tatsächlich haben uns die meisten Krisen historisch dazu gezwungen, unsere Denk-, Planungs-und Lebensweise zu ändern. Auch die Weltfinanzkrise, die Klimakrise, die Covid-Pandemie und nicht zuletzt die aktuelle Energiekrise haben die Transformation extrem begünstigt. Die Welt ist agil, aber sie muss noch agiler, noch inklusiver, noch resilienter werden. Gemischte Quartiere sind Teil der Lösung.

 

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Regionalisierung: Auf die Nähe kommt es an – Expertin: Sibylla Zech

Sibylla Zech, Professorin für Regionalplanung und
Regionalentwicklung, TU Wien © Forschungsbereich Regionalplanung
Sibylla Zech, Professorin für Regionalplanung und Regionalentwicklung, TU Wien © Forschungsbereich Regionalplanung

Ist das Thema Regionalität bereits in der Baubranche angekommen?

Nicht grundsätzlich, aber manche Regionen haben bereits erkannt, dass eine regionale Identität auch wirtschaftlich interessant sein kann. Das Burgenland, die Südsteiermark, der Bregenzerwald und viele abgelegene Gebirgstäler gehen hier mit gutem Beispiel voran.

 

Meist sind regionale Rohstoffe und regionales Handwerk teurer als Alternativen aus dem glo-balen Raum. Welche Instrumente sehen Sie, um hier eine Kostenwahrheit herzustellen?

Egal ob Marmor aus China oder Wein aus Austra-lien: Transport ist viel zu billig, und das ist zugleich eines der größten Hemmnisse für ein regionales Bekenntnis. Um das zu ändern, müssen wir vor allem den Transport auf der Straße mit Maut und Steuern belasten und die finanziellen Mittel zur Stärkung von Schiene und Region investieren.

 

Was können die Regionen selbst tun, um die Konkurrenzfähigkeit zu steigern?

Es geht um regionale Kooperationen, ob das nun über Regionalverbände, Regionalmanagement oder regionale EU-Förderprogramme wie etwa LEADER oder Interreg geht. Ein schönes Konzept haben auch die KLAR!-Klimaanpassungsregionen. Spannend ist, dass auf einer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ebene schon sehr viel Kooperation stattfindet. Jetzt geht es darum, die transregionale Zusammenarbeit auch auf die Baukultur zu übertragen.

 

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Regionalisierung: Auf die Nähe kommt es an – Best Practice: Rotor

Gebäudesanierung Zinneke in Brüssel © Delphine Mathy, Rotor
Gebäudesanierung Zinneke in Brüssel © Delphine Mathy, Rotor

Mit dem Bekenntnis zu Kreislaufwirtschaft und Urban Mining gewinnen auch die Abbruch- und Sanierungshäuser in unseren Städten zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz zu früher wird nicht mehr mit der Abrissbirne zugeschlagen, sondern sorgfältig demontiert, denn jedes bestehende Bauwerk ist eine wertvolle Rohstoffquelle für lokale und regionale Folgeprojekte.

 

Einige Pioniere wie etwa BauKarussell und Materialnomaden (Wien), Concular (Stuttgart), Bellastock (Paris) oder das baubüro in situ (Basel) haben sich genau darauf spezialisiert. Auch die in Brüssel beheimatete Kooperative Rotor und ihr 2016 gegründetes Spin-off Rotor DC Deconstruction & Consulting legen ihren Fokus auf Reuse und Recycle von materiell, kulturell und ortsspezifisch wertvollen Ressourcen.

 

Erst letztes Jahr wurde der Umbau der sozialkünstlerischen Organisation Zinneke auf der Place Masui im Norden Brüssels fertiggestellt. In einem behutsamen Reparaturprozess ist es gelungen, 94 Prozent der Gebäudemasse des historischen Hauses zu erhalten. Die restlichen Baustoffe und Bauteile wie etwa Türen, Fenster, Radiatoren, Stahlträger, Stiegengeländer, Steinwolle und 300 Quadratmeter Eichenparkett wurden aus nahe gelegenen Bezugsquellen zusammengetragen und verleihen dem sanierten Haus nun einen frischen und frechen Spirit. Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!

 

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Mieten von Bauteilen und Baustoffen – Best Practice: Lindner Group

Re-use-Doppelboden © Lindner Group
Re-use-Doppelboden © Lindner Group

Mit 7.500 Mitarbeiter*innen und einem Jahresumsatz von 1,14 Milliarden Euro (2021) ist die deutsche Lindner Group der größte Hersteller von Doppelböden sowie Decken- und Trennwand-

Systemen in der DACH-Region. Seit rund 40 Jahren hat das 1965 gegründete Unternehmen auch eine Niederlassung in Österreich – mit einem zunehmenden Fokus auf Cradle-to-Cradle.

 

Wo technisch möglich, werden gebrauchte Doppelboden-Systeme aus Abbruch- und Sanierungshäusern demontiert, die alten Beläge abgeschält, die Bodenplatten gereinigt und mit einem 10- bis 20-prozentigem Preisabschlag wieder in Umlauf gebracht. Bei einigen Projekten in Graz, Villach und Krems hat das Modell bereits Anwendung gefunden. „Langfristig aber funktioniert Kreislaufwirtschaft am besten“, sagt Geschäftsführer Harald Mezler-Andelberg, „wenn wir die Bauteile an uns binden.“

 

In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und zwei deutschen Forschungsinstituten wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „RessProKA“ daher Maßnahmen zur Schließung von ressourceneffizienten Produkt- Kreisläufen untersucht. Das Resultat dieser Studie ist die Entwicklung eines Vermietmodells. 2023 soll das erste Pilotprojekt mit einem komplett vermieteten Innenausbau-Paket umgesetzt werden. In spätestens fünf Jahren, so der Plan, soll das Nischenmodell standardmäßig angeboten werden.

 

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Mieten von Bauteilen und Baustoffen – Experte: Simon Battlogg

Simon Battlogg, Rhomberg Bau GmbH, Neue Geschäftsmodelle, Innovation und Digitalisierung © Rhomberg Bau GmbH
Simon Battlogg, Rhomberg Bau GmbH, Neue Geschäftsmodelle, Innovation und Digitalisierung © Rhomberg Bau GmbH

Gab es in der Geschichte des Bauens je die Idee des Baustoff-Teilens?

Es gab den gemeinschaftlichen Besitz von Landwirtschaftsflächen sowie für Abbauflächen von Lehm und Ton. Ein Mieten von Bauteilen ist aber tatsächlich eine komplett neue Entwicklung.

 

Welche Bauteile eignen sich zur Vermietung?

Alles, was leicht demontierbar ist: Fassadenteile, Fenster, Böden und Wandmodule. In den Niederlanden gibt es bereits ein Fassadenbau-Unternehmen, das seine Fassadenelemente aus Aluminium ausschließlich zur Vermietung anbietet. Damit bleibt der wertvolle Rohstoff im Eigentum des Unternehmens und geht nicht verlustig, wenn die Fassade eines Tages verändert wird.

 

Wie kann so ein Contracting-Modell aussehen?

Man wird gewisse Service-Leistungen wie Reinigung, Wartung und Reparatur in den Mietpreis integrieren müssen. Ganz so wie das Pickerl und den Reifenwechsel bei einem Leasing-Auto. Ein sehr innovatives Beispiel ist der Flughafen Amsterdam, wo Philips keine Leuchtmittel mehr verkauft, sondern das Licht vermietet und monatlich abrechnet.

 

Welche Schritte sind nötig, um ein Umdenken zu ermöglichen?

Damit Mietmodelle im Wert der Immobilie Niederschlag finden und auch in der Finanzierung berücksichtigt werden können, brauchen wir neue Formen der Immobilienbewertung – und einen Mindshift in den Köpfen der Bauwirtschaft.

 

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Vom Me-Project zum We-Project – Best Practice: Sedlak

Bauunternehmen Sedlak © Sedlak
Bauunternehmen Sedlak © Sedlak

Wenn der wöchentliche Jour fixe im Big Room startet, meist im Stehen an ein paar Cocktail-Tischen zum Anlehen, wird’s bunt an den Wänden. Denn statt mit einem klassischen Bauzeitenplan arbeitet das 1945 gegründete Bauunternehmen Sedlak seit einigen Jahren nach den Prinzipien des Lean- Managements. „Wir haben unser Besprechungssystem sukzessive optimiert“, sagt Geschäftsführer Wilhelm Sedlak. „Dazu gehört auch, dass wir die Lean-Besprechungen analog abhalten, so richtig mit farbigen Post-its und handschriftlichen Kommentaren.“

 

Die Teamleiter der einzelnen Gewerke verhandeln gemeinsam, wie viel Zeit die Prozesse benötigen und welche Etappenziele in den nächsten Wochen zu erreichen sind. Im Gegensatz zu einem top-down verordneten Bauzeitenplan können auf diese Weise Arbeitszeiten verkürzt, Stehzeiten vermieden und Schnittstellen optimiert werden. Zudem sinkt auch die Materialverschwendung, weil nun zielgerichteter bestellt und eingekauft wird.

 

„Mit Kooperation erreichen wir mehr als mit kompetitiver Baustellenkultur“, so Sedlak, „denn jedes Team ist nur so stark wie das schwächste Glied in der Kette.“ Beim Sanierungsprojekt des SVS-Gebäudes in der Wiedner Hauptstraße hat man beschlossen, um eine Störung des Baufortschritts zu vermeiden, einem Nachunternehmen unter die Arme gegriffen. Sedlak: „Ich bin davon überzeugt, dass in diesem Wir die Zukunft liegt.“

 

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Vom Me-Project zum We-Project – Experte: Harald Katzmair

Harald Katzmair, Netzwerk-Analytiker, FASresearch © FASresearch
Harald Katzmair, Netzwerk-Analytiker, FASresearch © FASresearch

Sie beschäftigen sich seit langer Zeit mit Netzwerken im Business-Kontext. Welche Rolle spielt das Netzwerk in der Bauwirtschaft?

Bauen und gemeinsame Wertschöpfung ohne Netz-werk sind undenkbar. Wir sind alle Teil einer Input- Output-Beziehung. Ohne Netzwerk ist keine Entwicklung möglich.

 

Noch ist die Baubranche von Konkurrenz und Wettbewerbswesen geprägt. Wie schaffen wir den Umstieg auf Kooperation und Co-Kreation?

Das ist die Gretchenfrage! Wir müssen uns dessen bewusst werden, dass die Themen und Heraus-forderungen, die vor uns liegen, uns alle betreffen und auch nicht unilateral zu lösen sind. In der Katastrophenhilfe zum Beispiel – ob Hochwasser, Waldbrände oder Corona-Pandemie – halten die Menschen zusammen und kooperieren. Die Klimakatastrophe wird uns auch schon bald zum Kooperieren und zum Aufsetzen von We-Projects zwingen.

 

Von welchen Branchen oder Unternehmen können wir uns etwas abschauen?

Von Hackern und Gamern! Starke Zusammenhänge gibt es beispielsweise aber auch unter Winzern, Bio-Bäckern und Möbelbauern – also überall dort, wo eine Zunft gegen eine größere, globalisierte Macht ankämpft und in ihrer Existenz bedroht ist. Und, ganz ehrlich: In ihrer heutigen Monoform ist die Baubranche ebenfalls bedroht. Ich halte es gern mit Antonio Gramsci, der schon vor 100 Jahren schrieb: „Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens.“

 

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CCR Corporate Climate Responsibility – Best Practice: Lenzing

Produktionsstandort Lenzing © Lenzing AG
Produktionsstandort Lenzing © Lenzing AG

Die meisten von uns tragen Lenzing tagtäglich am Körper, sei es im T-Shirt, in den Socken oder in den Boxershorts. Mit einer Kapazität von 1,15 Millionen Tonnen und einem Jahresumsatz jenseits der zwei Milliarden Euro zählt die Lenzing Gruppe zu den größten Faserherstellern der Welt. Der Großteil des gewonnen Zellstoffs stammt aus Holz, in manchen Produkten werden aber auch innovative Produkte wie etwa Hanf- und Orangenfasern sowie Textil- Rezyklate beigemischt.

 

„Rund 90 Prozent unseres Gesamtenergiebedarfs entfallen auf die Produktion der Fasern“, sagt Peter Bartsch, Senior Advisor Consultant für Sustainability. „Daher greifen wir nach Möglichkeit auf Biomasse und nachwachsende Energieträger zurück.“ Erst kürzlich wurden in Minas Gerais (Brasilien) und Prachin Buri (Thailand) zwei neue Werke in Betrieb genommen, die mit Reisabfällen und Holzreststoffen aus der eigenen Produktion betrieben werden. Am oberösterreichischen Standort in Lenzing konnte der Anteil an fossilen Brennstoffen bereits auf unter 10 Prozent reduziert werden.

 

„Gerade in der Schwerindustrie tragen wir eine hohe klimatische Verantwortung“, sagt Bartsch. „Daher haben wir uns hohe Ziele gesteckt.“ Bis 2030 will Lenzing den CO2-Austoß auf 50 Prozent, bis 2050 auf Null reduzieren. Teil der Klimaneutralitäts-Strategie ist auch, dass man sich um normative Standards für Textil-Recycling bemüht.

 

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CCR Corporate Climate Responsibility – Experte: Roland Bechmann

Roland Bechmann, Architekt, Werner Sobek Design © René Müller Photographie, Stuttgart
Roland Bechmann, Architekt, Werner Sobek Design © René Müller Photographie, Stuttgart

Es gibt heute kaum noch ein großes Unternehmen, das nicht in CSR investiert. Wie sieht es mit der klimatischen Verantwortung aus?

So gut wie jedes einzelne Unternehmen, mit dem wir zusammenarbeiten, ist sich seiner ökologischen Verantwortung bewusst und möchte dies auch sichtbar machen. Die Frage ist nur: Wie kann man den Einsatz objektiv messen?

 

Welche konkreten Möglichkeiten hat ein Unternehmen, hier zu investieren?

Gerade in Bezug auf die eigenen Büroräume ist eine ökologische Prüfung unerlässlich. Den Carbon Footprint kann man aber auch anderweitig reduzieren: elektrische Fahrzeuge, die richtige Wahl beim Gütereinkauf sowie Verzicht auf Flugreisen und Flächenverbrauch.

 

Gibt es bestimmte Branchen oder Regionen, die mit gutem Beispiel vorangehen?

Ja. Der Automobil-Branche ist es gelungen, innerhalb von zehn Jahren eine radikale Veränderung des eigenen Mindset zu erreichen. Hier wurde die Identität eines ganzen Wirtschaftszweigs neu programmiert. Das brauchen wir auch im Bauwesen.

 

Was tun gegen Greenwashing?

CO2-Zertfikate und der Handel damit sind ein wichtiger Bestandteil der Transformation unseres Wirtschaftssystems hin zu einer emissionsfreien Zukunft. Aber ich fürchte, dass es derzeit noch zu viele Freizertifikate gibt. Die entsprechenden Vorgaben müssen noch deutlich strenger werden.

 

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Kein Bauen ohne Klimaresilienz – Expertin: Karin Stieldorf

Karin Stieldorf, Universitätslehrgang Nachhaltiges Bauen, TU Wien © TU Wien, Institut für Hochbau
Karin Stieldorf, Universitätslehrgang Nachhaltiges Bauen, TU Wien © TU Wien, Institut für Hochbau

Jahrzehntelang folgte die Bauwirtschaft drei wesentlichen Kriterien: Zeit, Geld und Effizienz. Welche Themen werden in Zukunft unser Bauen bestimmen?

Die Wichtigkeit von Investitionsgeld wird angesichts der immer höheren Betriebs- und Energiekosten abnehmen. Der Stellenwert von Effizienz hingegen wird deutlich zunehmen. Was die Zeit betrifft: Diese drängt, es bleibt uns nicht mehr viel davon zu handeln. Und es kommt noch eine vierte Komponente hinzu, und zwar die Klimaresilienz.

 

Inwiefern?

Wir haben das Klima mit unserem Bauen und unserem Verhalten schon zur Genüge beeinflusst. Jetzt geht es darum, die Verantwortung dafür zu übernehmen und die künftigen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

 

Wie wird man diese Parameter qualifizieren und quantifizieren können?

Mit Bewertungsstrukturen, die heute schon existieren, die wir angesichts der Klimakrise aber noch adaptieren und dringend verschärfen müssen. Bewertungsstrukturen sind nicht in Stein gemeißelt.

 

Empfehlung? Verpflichtung? Kontrolle?

Zu Beginn sind Empfehlungen sehr hilfreich. Aber schon bald werden wir daraus eine Klimaresilienz- Verpflichtung machen müssen. Was mich optimistisch stimmt: In der jetzigen Generation an Architekt*innen und Auftraggeber*innen müssen wir noch darum kämpfen, bei den heute Studierenden jedoch stößt das Thema Klimaresilienz bereits auf riesige Resonanz.

 

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Wie ein Projekt in Systembauweise zum Erfolg wird

 

Der Systembau ist eine Bauweise mit großem Potenzial – zur Produktivitätssteigerung, Qualitäts- und Rückbauverbesserung, Bauzeitverkürzung aber auch zur Nutzung von Effizienzmöglichkeiten bei Skalierung. Um dieses Potenzial möglichst in vollem Umfang realisieren zu können, sollten jedoch bestimmte „Spielregeln“ eingehalten werden.

 

Mehr als ein halbes Jahr hat sich eine interdisziplinäre Experten-Gruppe in Klein- und Großgruppen-Workshops, mit Impulsvorträgen und mit Exkursionen mit dem Thema „Idealtypisches Prozessmodell für hybriden und modularen Systembau“ auseinandergesetzt. Das erarbeitete Ergebnis kann sich sehen lassen: Materialneutral wurde der Systembau in verschiedenen Dimensionen „beleuchtet“ und konnten in einem kompakten Leitfaden Definitionen, Vorteile, technische und prozessuale Besonderheiten des Systembaus und verschiedene Musterprozesse im Vergleich zum konventionellen Projektablauf dargestellt werden. Die Autor*innen Wolfgang Kradischnig (DELTA), Felicitas Stocker (DELTA) und Lukas Kral (Dietrich | Untertrifaller) präsentierten im KONNEX BAU Onlineforum am 30. November die wichtigsten Erkenntnisse des Leitfadens.

 

 

 

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Trend-Report für die nachhaltige Bau- und Immobilienwirtschaft

Trend-Report für die nachhaltige Bau- und Immobilienwirtschaft (c) Leo Hagen
© Leo Hagen

 

Die IG Lebenszyklus Bau ist stolz darauf, Ihnen mit „8 ½ Trends“ den ersten Trend-Report für die nachhaltige Bau- und Immobilienwirtschaft vorstellen zu dürfen, der im Rahmen des 12. Kongresses am 15. November erstmals präsentiert wurde.  Gemeinsam mit zahlreichen Expert:innen der Bau- und Immobilienbranche wirft die IG Lebenszyklus Bau einen Blick in die Zukunft. „8 ½ Trends“ sind es, die der 2012 gegründete Verein für die kommenden zehn Jahre herausgearbeitet hat: Ob Corporate Climate Responsibility, das Mieten von Bauteilen und Baustoffen, Topfield-Developments oder Biophilic Design – im Rahmen des Trend-Reports wird aufgezeigt, wo die Reise beim nachhaltigen Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden hingeht.

 

Alle Leitfäden und der Trend-Report stehen unter folgendem Link zum kostenfreien Download zur Verfügung:

www.ig-lebenszyklus.at/publikationen2022

 

Neun neue Leitfäden für Bauherr:innen und Branchenvertreter:innen

 

Um den Weg dorthin bestmöglich zu bestreiten, stehen Bauherren und Branchenvertretern neun aktuelle Leitfäden zur Verfügung, die fachliche Unterstützung bei Themen wie Bodenversiegelung, Hybrid- und Systembau, Klimaneutralität, Kreislaufwirtschaft, Lieferkettengesetze, EU-Taxonomie, Vergabe-Compliance und Nachhaltige Sanierung bieten.

 

Acht Trends und eine Vision

 

„Die IG Lebenszyklus Bau deckt mit ihren Mitgliedsunternehmen den gesamten Planungs- und Bauprozess sowie Finanzierung, Betrieb und Rückbau von Gebäuden ab. In den vergangenen Jahren haben wir mit rund 90 Unternehmen der Branche an die 50 Leitfäden für Bauherr:innen- und Branchenvertreter:innen verfasst. Mit dem Trend-Report komprimieren wir dieses Wissen und richten einen optimistischen und konstruktiven Blick in die Zukunft“, betont Wolfgang Kradischnig, Sprecher der IG Lebenszyklus Bau.

 

Die 8 ½ Trends wurden in Zusammenarbeit mit zahlreichen Expert:innen aus den drei großen Themenbereichen Klimaschutz, Verknappung und Social Impact erarbeitet und mit Best-Practice-Beispielen unterlegt. Da die „Humanökonomie“ eher noch Vision als Trend ist, erhält sie im Rahmen des Trend-Reports nur einen „halben Punkt“, ist aber unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Bau- und Immobilienwirtschaft:

 

1. Kein Bauen ohne Klimaresilienz
2. CCR–Corporate Climate Responsibility
3. Vom Me-Project zum We-Project
4. Mieten von Bauteilen und Baustoffen
5. Regionalisierung: Auf die Nähe kommt es an
6. Das Viertelstunden-Quartier
7. Topfield-Developments
8. Biophilic Design
8 ½. Humanökonomie

 

Save-the-date: KONNEX BAU Onlineforum Special Edition am 1. Februar 2023

 

Gerne machen wir Sie bereits jetzt auf unsere erste KONNEX BAU Onlineforum Special Edition am Mittwoch, 1. Februar 2023, 16:00 – 18:00 Uhr, aufmerksam. Hier steht der Trend-Report „8 ½ Trends“ im Fokus und stellt sich den Fragen und Anmerkungen der Teilnehmenden. Das Programm und die Speaker werden in einem der kommenden Newsletter bekanntgegeben. Anmeldungen ab sofort bitte an: office@ig-lebenszyklus.at

Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung!

 

12. Kongress „Raum und Verantwortung“ als Motto für 2022

 

 

Präsentiert wurden der Trend-Report sowie die weiteren Arbeitsergebnisse 2022 im Rahmen des 12. Kongresses der IG Lebenszyklus Bau am 15. November in Wien. Besucht von rund 150 Branchenvertreter:innen und Auftraggeber:innen, stand 2022 das Motto „Raum und Verantwortung“ im Mittelpunkt der Veranstaltung. Prominente Keynotes von Philosoph Robert Pfaller, Sozioökonom Andreas Novy und der Projektentwicklerin Jasmin Soravia sorgten für einen starken Auftakt des Kongresses, der mit zahlreichen Best Practice-Vorträgen, Summaries aus den Arbeitsgruppen und hochkarätigen Panels ergänzt wurde. Im Fokus stand dabei die nachhaltige Gebäude- und Quartiersentwicklung im urbanen und ruralen Raum unter besonderer Berücksichtigung der Faktoren Klimawandel, Ressourcenverknappung und neuen sozialen Herausforderungen.

 

Fotogalerie

 


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Die neusten Publikationen der IG LEBENSZYKLUS BAU 2022

Um den Weg zum nachhaltigen Planen, Bauen und Betreiben von Gebäude bestmöglich zu bestreiten, stehen Bauherren und Branchenvertretern neun aktuelle Leitfäden zur Verfügung, die fachliche Unterstützung bei Themen wie Bodenversiegelung, Hybrid- und Systembau, Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft, Lieferkettengesetze, EU-Taxonomie und Vergabe-Compliance und Nachhaltige Sanierung bieten. Alle Publikationen können unter https://ig-lebenszyklus.at/publikationen/ heruntergeladen werden. 

8 1/2 Trends – Ein Report aus der Zukunft

 

Gemeinsam mit zahlreichen Expert:innen der Bau- und Immobilienbranche wirft die IG Lebenszyklus Bau im neuen Trend-Report einen Blick in die Zukunft. „8 ½ Trends“ sind es, die man beim 2012 gegründeten Verein ortet: Ob Corporate Climate Responsibility, das Mieten von Bauteilen und Baustoffen, Topfield-Developments oder Biophilic Design – im Rahmen des Trend-Reports zeigt der Verein auf, wo die Reise beim nachhaltigen Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden hingeht.

 

 

CO2-Emissionen hervorgerufen durch Mobilität auf der Baustelle

Arbeitsgruppenleitung: Klaus Reisinger, ClimatePartner GmbH

 

Diese Publikation reiht sich in eine Reihe von Veröffentlichungen der IG Lebenszyklus Bau ein, die sich mit dem Thema Klimaschutz beschäftigen. Sie ist in diesem Sinne einerseits als Ergänzung zum Leitfaden „Klimaneutrale Gebäude“ der IG Lebenszyklus Bau aus dem Jahr 2020 zu verstehen, hat aber andererseits auch als eigenständiges Dokument ihre Berechtigung. Im Kern geht es den Autoren darum, den Stellenwert der Mobilität auf der Baustelle im Verhältnis zu anderen Lebenszyklusphasen in Bezug auf die CO2-Emissionen von Gebäuden aufzuzeigen. Darüber hinaus haben die Autoren auch Optimierungsvorschläge erarbeitet, mit deren Umsetzung die „CO2-Emissionen auf der Baustelle“ deutlich reduziert werden können.

 

 

EU Taxonomy: Übergang zu einer Kreislafuwirtschaft

Arbeitsgruppenleitung: Stefan Rufera, KPMG Austria & Christian Plas, denkstatt

EU Taxonomy: Übergang zu einer Kreislafuwirtschaft

 

Wesentlicher Baustein des EU-Aktionsplans für die Finanzierung eines nachhaltigen Wachstums ist die Entwicklung eines einheitlichen EU-Klassifikationssystems (EU-Taxonomie), worin definiert werden soll, was unter einer „nachhaltigen Wirtschaftsaktivität“ zu verstehen ist. Ziel davon ist die Bereitstellung von Information für Investoren, um Geldflüsse in diese, in der EU gewünschten politischen Zielrichtungen zu lenken. Gerade die Bau- und Immobilienwirtschaft wird aufgrund ihrer langfristig wirksamen Investitionen besonders aufmerksam von Geldgebern betrachtet. Vor diesem Hintergrund hat sich die Arbeitsgruppe vorgenommen, mögliche Ansätze für Nachweise von nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten in diesem Sektor entsprechend den Anforderungen der EU-Taxonomie praxisnah und konkret aufzuzeigen und abzuleiten.

 

 

Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen – 5 Factsheets

Arbeitsgruppenleitung: Verena Macho, FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH & Gerhard Kopeinig, ARCH+MORE ZT GmbH

 

Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen - 5 Factsheets

Folgende Schwerpunkte haben die Factsheets dieser Publikation zum Themenfeld „Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen“:

  • Begriffsdefinitionen,
  • Digitaler Gebäudepass,
  • Kosten und Werte in der Kreislaufwirtschaft,
  • Herangehensweise bei Bestandsentwicklung / Sanierung
  • sowie Dynamische Prozesse – Dezentrale Planung.

In den kommenden Jahren werden die Factsheets um weitere Schwerpunkte erweitert.

 

 

Lieferkettengesetze in der Praxis

Arbeitsgruppenleitung: Markus P. Beham, LL.M. (Columbia), Universität Passau & Stephan Heid, Heid und Partner Rechtsanwälte GmbH

 

Lieferkettengesetze in der Praxis

Die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeitsrecht hat sich für dieses und das kommende Jahr zum Ziel gesetzt, die rechtlichen Fragen globaler Lieferketten zu ergründen und sich damit zugleich einem Kernthema der IG Lebenszyklus Bau selbst zu widmen. Damit flankiert die Arbeitsgruppe die Arbeit anderer Arbeitsgruppen zu den Themen Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Compliance. Das Thema ist zudem vor dem Hintergrund des Phänomens der Lieferkettengesetzgebung, sei es auf nationaler Ebene oder auf jener der Europäischen Union, von besonderer Relevanz für die österreichische Bau- und Immobilienwirtschaft.

 

 

Nachhaltige Sanierungen: Problemlagen & Lösungsansätze

Arbeitsgruppenleitung: Margot Grim-Schlink, e7 energy innovation & engineering

 

Nachhaltige Sanierungen: Problemlagen & Lösungsansätze

Durch die Intensivierung der Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsdebatte in den vergangenen Jahren ist das Thema der Gebäudesanierung weiter in den Fokus der Aufmerksamkeit gerutscht. Nachhaltige Sanierungen kristallisieren sich für die Immobilienwirtschaft zunehmend als – steiniger – Königsweg für das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen heraus. Von nachhaltigen Sanierungen sprechen wir im Rahmen dieses Leitfadens grundsätzlich dann, wenn sie zu Gebäuden führen, die in der Errichtung, im Betrieb und beim allfälligen Rückbau möglichst wenig Ressourcen benötigen und die gleichzeitig ressourcenarm hergestellt sowie für Mensch und Umwelt nicht schädlich sind.

 

Damit ist eine Reihe unterschiedlicher Themen angesprochen, die bei den konkreten Sanierungsvorhaben jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Der Leitfaden orientiert sich an der Perspektive von Auftraggeber:innen, das heisst in der Regel Gebäudeeigentümer:innen. Was sind die Problemlagen, mit denen Auftraggeber:innen im Zusammenhang mit nachhaltigen Sanierungen konfrontiert sind? Was können Auftraggeber:innen tun, um bestehende Hindernisse zu überwinden? Des Weiteren bietet die Publikation einen Überblick und zeigt Zusammenhänge auf.

 

 

Netto-Neuversiegelung gleich NULL! Leitfaden zur Reduzierung der Bodenversiegelung im ländlichen Raum

Arbeitsgruppenleitung: Dominik Philipp, Dietrich | Untertrifaller & Christoph Müller-Thiede, M.O.O.CON

 

Netto-Neuversiegelung gleich NULL! Leitfaden zur Reduzierung der Bodenversiegelung im ländlichen Raum

Dieser Leitfaden widmet sich der Entwicklung im ländlichen Raum. Österreich ist derart strukturiert, dass sehr viele Menschen in Dörfern, Marktgemeinden und kleinen Städten fernab der Ballungszentren leben und arbeiten. Viele politische Maßnahmen zielen aber auf größere Städte ab, auch gibt es für Mobilität (ÖPNV) oder Nutzungsmix in urbanen Gebieten vielfach bereits gute, erprobte Lösungen. Darüber hinaus spitzt sich die Lage aufgrund der topografischen Situation Österreichs und aus den oben genannten Gründen im ländlichen Raum dramatisch zu – dieser Leitfaden soll hier Lösungsansätze aufzeigen.

 

 

 

Prozessmodell für Hybridbau und modularen Systembau

Arbeitsgruppenleitung: Wolfgang Kradischnig, DELTA, Felicitas Stocker, DELTA PODS & Lukas Kral, Dietrich | Untertrifaller

 

Prozessmodell für Hybridbau und modularen Systembau

Die Bau- und Immobilienwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftssektor mit maßgeblichem Impact auf Mensch und Umwelt – im Bereich des Rohstoff- und Energieverbrauchs, des Transport- und Abfallaufkommens und nicht zuletzt im Bereich der CO₂-Emissionen durch Baustoffherstellung, Gebäudeerrichtung und -nutzung. Trotz dieser bedeutsamen Rolle hat es in der Bauwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten zwar Bemühungen gegeben, die Energieperformance im Lebenszyklus von Gebäuden zu verbessern, größere Produktionsveränderungen und Produktivitätssprünge im Bereich der Gebäudeerrichtung hat es, vergleicht man es mit anderen Branchen, aber kaum gegeben. Dieser Leitfaden führt eine aus der Vorfertigung resultierende Prozessbetrachtung durch und erstellt einen objektiven Kriterien entsprechenden, aus einer materialneutralen Haltung entstehenden, Wegweiser zur Darstellung eines idealtypischen Prozessmodells.

 

 

Reflexionsstrahlung (Albedo Effekt) im Gebäudesektor

Arbeitsgruppenleitung: Susanne Formanek, GRÜNSTATTGRAU

Reflexionsstrahlung (Albedo Effekt) im Gebäudesektor

 

Die Albedo ist definiert als das Verhältnis zwischen der von einer Oberfläche reflektierten Strahlung und der auf sie einfallenden Strahlung. Die geringe Albedo von städtischen Oberflächen ist charakteristisch für den Wärmeinseleffekt bzw. Urban Heat Island Effekt (UHI) in Metropolen. Durch erhöhte Rückstrahlung von (Sonnen) Strahlen (genannt Albedo) können die Temperatur und der Urban Heat Island Effekt gesenkt werden. Dieser Leitfaden formuliert konkrete Empfehlungen und Maßnahmen für eine klimaresiliente Stadt und ihre Gebäude.

 

 

Vergabe-Compliance: Die Selbstreinigung nach dem Bundesvergabegesetz

Arbeitsgruppenleitung: Berthold Hofbauer, Heid & Partner Rechtsanwälte

 

Vergabe-Compliance: Die Selbstreinigung nach dem Bundesvergabegesetz

Die Vergabe-Compliance ist als neue Staatspflicht gesetzlich verankert. Compliance im Sinne von Regelkonformität und Wohlverhalten kann auf dem Gebiet des Vergaberechts jedoch unterschiedlichste Formen annehmen. Das zentrale Ziel ist die dokumentierte Verhinderung von Wettbewerbsverzerrungen und Günstlingswirtschaft. Die Einhaltung einer proaktiv gelebten und dokumentiert „sauberen“ Vergabekultur ist gesetzliche Verpflichtung und (letztlich) auch eine Imagefrage für alle Akteure der öffentlichen Beschaffung. Ein wichtiger Grundsatz der Vergabe-Compliance ist dabei die Sicherstellung des freien, fairen und lauteren Wettbewerbs. Damit einhergehend ist eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme von Bietern an Vergabeverfahren deren sogenannte berufliche Zuverlässigkeit. Der Leitfaden widmet sich in diesem Zusammenhang dem Thema des Verlustes der Zuverlässigkeit (z.B. aufgrund von Preisabsprachen) und zeigt auf, welche Maßnahmen erforderlich sind, um im Rahmen einer sogenannten Selbstreinigung die vergaberechtliche Zuverlässigkeit wieder erlangen zu können.

 

 

Hier kommen Sie zu den weiteren Publikationen und Videos der IG LEBENSZYKLUS BAU: https://ig-lebenszyklus.at/publikationen/


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„Das Pulverfass des schlechten Geschmacks“ – 7 Thesen von Robert Pfaller

Über die soziale Verantwortung einer allgemein zugänglichen ästhetischen Bildung

 

Robert Pfaller, österreichischer Philosoph
Robert Pfaller, österreichischer Philosoph

In Österreichs ländlichen Regionen kommt es seit einigen Jahren zu einer regen Bautätigkeit: Zahlreiche Neubauten von Ein- und Großfamilienhäusern entstehen neben umfassenden Adaptionen und Erweiterungen bestehender Gebäude.

 

„In der Regel werden gesichtslose Bauten mit rechteckigen Standardgrundrissen in die Landschaft gestellt, die man in grellen Neonfarben wie Leuchtgelb gestaltet oder – ein Erbe der Postmoderne – mit farblichen Ornamenten wie Streifen, Rauten oder komplexeren Überschneidungen farblicher Flächen detailverziert“, so Robert Pfaller

 

Dazu formulierte der österreichische Philosoph sieben Thesen:

 

  • Was hier entsteht, ist mehr als ein ästhetischer Schrecken. Hier sind hier gewaltige Enttäuschungen im Heranwachsen begriffen – und damit verbunden ein erheblicher Sprengstoff für die Gesellschaft als Ganze. Denn es handelt sich nicht mehr, wie noch bis vor kurzem, um die Trostlosigkeit nüchterner Zweckbauten industrialisierter Landwirtschaft. Was hier neu entsteht, ist etwas liebevoll Gestaltetes – aber mit der sehr wahrscheinlichen Aussicht, dass diese Liebe enttäuscht werden wird.

 

  • Denn der schlechte Geschmack ist nicht einer, dem etwas anderes Freude macht als dem guten Geschmack. Vielmehr gefällt und missfällt dem schlechten Geschmack genau dasselbe wie dem guten Geschmack – nur mit etwas zeitlichem Abstand.

 

  • Wie Adolf Loos bemerkte, lässt das Ornament Gebäude ästhetisch verfallen noch bevor sie materiell verfallen. Wir müssen uns also darauf gefasst machen, auf dem Land mehrheitlich Architekturen anzutreffen, die physisch noch intakt (und ökonomisch vielleicht noch nicht einmal abbezahlt), ästhetisch aber bereits Ruinen sind.

 

  • Sich mit dem eigenen Geschmack uneins fühlen zu müssen bzw. sich für ihn zu schämen erzeugt Zorn und Hass auf andere. Im Wahlverhalten der Bevölkerungen westlicher Länder zeichnet sich dieser Riss zunehmend ab: Er verläuft (nach der Terminologie von David Goodheart) zwischen ländlichen oder suburbanen „Somewheres“, die z. B. durch Hausbesitz und Beruf an einen bestimmten Ort gebunden sind, und den urbanen „Anywheres“, die mangels Eigenheimbesitz sowie dank ihrer Vielsprachigkeit und guter Ausbildung in vielen Metropolen gleichermaßen Arbeit und Existenz finden können.

 

  • Auch im Wahlverhalten zeigt sich, dass die „politischen Geschmäcker“ nicht einfach nur verschieden sind. Denn die Anywheres wählen, was ihnen gefällt. Die Somewheres dagegen wählen (nach der These des Soziologen Thomas Frank) das, wovon sie glauben, dass es die Anywheres ärgert. Es gibt somit einen politischen wie einen ästhetischen „Trotzgeschmack“.

 

  • Die derzeit im Entstehen begriffene Architektur ist geeignet, diesen gesellschaftlichen Riss zu vertiefen und zu verstetigen.

 

  • Darum ist es eine dringende soziale wie kulturelle Aufgabe, ästhetische Bildung für breitere Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen. Um es mit dem Philosophen Günther Anders zu sagen: Der beträchtlichen Fähigkeit materiellen architektonischen Herstellens muss eine ebenbürtige ästhetische Fähigkeit architektonischen Vorstellens und Gestaltens an die Seite gestellt werden.

 

Sie wollen mehr erfahren? In seiner Keynote „Das Pulverfass des schlechten Geschmacks“ beim 12. Kongress der IG LEBENSZYKLUS BAU am 15. November diskutiert Robert Pfaller, wieso diese Entwicklungen eine Menge an sozialem Sprengstoff erzeugen können. 


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Digitale Grundlagen für kreislauffähiges Bauen

 

Kreislaufwirtschaft und „Cradle to Cradle“ beginnen nicht beim Recyclingprozess, sondern bei der Planung und reichen über den gesamten Gebäudelebenszyklus. Es muss transparent aufgezeigt werden, welche Stoffe für welchen Zweck wo verbaut sind und wie sie genutzt werden. Die Nachweisführung zur Kreislauffähigkeit wird zukünftig von Europäischer Seite her gefordert und aktuell in nationale Rahmenstrategien implementiert.

 

Im Rahmen unseres KONNEX BAU Onlineforums am 25. Oktober präsentierte Steffen Robbi, Geschäftsführer von Digital Findet Stadt, welche Rolle die Digitalisierung in der Kreislaufwirtschaft im Bau spielen wird.

 

 

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Boden ist der Schlüssel

Flächenfraß und Bodenspekulation sind zentrale Hemmnisse für eine klima- und sozialgerechte Raumentwicklung – das gilt für Deutschland ebenso wie für Österreich. Angesichts der  Boden- und Mietpreisexplosion in fast allen Großstadtregionen hat die lange vergessene Debatte über Boden als Gemeingut und eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik seit einigen Jahren erheblich an Fahrt gewonnen.

Der Vortrag durch Stephan Reiß-Schmidt im Rahmen des KONNEX BAU Onlineforums am 11. Oktober stellte Konzepte einer Reform des Bodenrechts und Strategien einer aktiven kommunalen Bodenpolitik in Deutschland vor. Bodenpolitische Positionen in Raumplanung, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sowie in der Politik wurden kritisch beleuchtet.

 

Stephan Reiß-Schmidt: „Der jahrzehntelange Reformstau im deutschen Bodenrecht muss endlich überwunden werden. Deshalb haben sich 2021 im Vorfeld der letzten Bundestagswahl zahlreiche Akademien, Kammern und Verbände aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Naturschutz und Mieterschutz zum BÜNDNIS BODENWENDE zusammengeschlossen. Wichtige Forderungen des bundesweiten BÜNDNIS BODENWENDE sind die Abschöpfung planungsbedingter Bodenwertsteigerungen, ein transparenterer Bodenmarkt, ein erweitertes und preislimitiertes kommunales Vorkaufsrecht, ein wirksameres, gebietsbezogenes Baugebot sowie eine aktive Bodenvorratspolitik durch kommunale oder regionale Bodenfonds. Als Sofortmaßnahmen sind ein Bodenpreisdeckel und eine Genehmigungspflicht für den städtischen Grundstücksverkehr notwendig.“

 

Die Arbeitsgruppe „Zukunftsfähige Raumordnung und Quartiersentwicklung“ der IG Lebenszyklus Bau entwickelt zum Thema Bodenversiegelung 2022 ein Positionspapier, das im Rahmen des Jahreskongress 15. November in Wien vorgestellt wird.

 

Stephan Reiß-Schmidt, Dipl.-Ing., Stadtdirektor a.D.
lebt als freier Berater und Autor für Stadt- und Regionalentwicklung in München. Er ist Ko-Vorsitzender des Ausschusses Bodenpolitik der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und Mitinitiator des bundesweiten BÜNDNIS BODENWENDE. Seit 2017 arbeitet er aktiv in der „Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht“ mit. Von 1996 bis 2017 war Stephan Reiß-Schmidt Stadtdirektor und Leiter der Hauptabteilung Stadtentwicklungsplanung bei der Landeshauptstadt München sowie Vorsitzender der Fachkommission Stadtentwicklungsplanung des Deutschen Städtetages. Zuvor war er 15 Jahre als Stadt- und Regionalplaner im Ruhrgebiet tätig. Reiß-Schmidt studierte in den 1970er Jahren Architektur und Städtebau an der RWTH Aachen und absolvierte anschließend das Städtebaureferendariat in NRW.

 

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EU Taxonomie: Chancen & Herausforderungen

 

Die EU soll bis zum Jahr 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Dieses Ziel hat die Europäische Kommission im Dezember 2019 im Rahmen des European Green Deal beschlossen. Zentraler Baustein zur Umsetzung ist die Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten im EU-Recht (Taxonomie-Verordnung). Diese legt verbindlich festgelegt, wann eine Wirtschaftstätigkeit nachhaltig ist.

 

Besonders bei der Neuerrichtung und Renovierung bestehender Immobilien ist die Bau- und Immobilienbranche von der neuen Verordnung betroffen. Investoren, Entwickler aber auch Finanzunternehmen müssen sich bereits jetzt mit den Anforderungen an nachhaltige Immobilienprojekte auseinandersetzen. Welche Chancen und Herausforderungen sich aus diesen Entwicklungen und Anforderungen aus der Taxonomie-Verordnung für die Immobilienbranche auf der einen Seite aber auch für die Kapitalgeber auf der anderen Seite ergeben, diskutierten die Teilnehmer:innen des KONNEX BAU am 28. September mit namhaften Vertretern aus der Branche.

 

Referent:innen

  • Stefan Rufera, KPMG
  • Peter Engert, ÖGNI
  • Simone Nemeskal, Verband Österreichischer Banken & Bankiers
  • Richard Teichmann, Teichmann & Compagnons Property Networks GmbH

 

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Zukunftsfähiges Wirtschaften – Andreas Novy | 12. Kongress der IG LEBENSZYKLUS BAU

Herausfordernde Zeiten benötigen herausfordernde Maßnahmen – und ermöglichen sie auch. Das haben die letzten beiden Jahre gezeigt. Die Menschheit steht inmitten von Krieg, Pandemie und einer Klima- und Umweltkrise, deren verheerende Auswirkungen wir täglich spüren.

Gibt es Wirtschaftskonzepte, die beides vereinbaren: eine florierende Wirtschaft und die Transformationen, die nötig sind, damit die Natur bewahrt bleibt und die Menschheit überleben kann? Welche Rolle spielt dabei sozialer Ausgleich und Zusammenhalt – und bedeutet das die Schaffung von Wohlstand für möglichst viele oder gar alle?

 

In seiner Keynote beim 12. Kongress der IG LEBENSZYKLUS BAU am 15. November analysiert der Sozioökonom Andreas Novy (Wirtschaftsuniversität Wien), warum es aktuell für Einzelne kaum möglich ist, klimafreundlich und zukunftsfähig zu leben und zu wirtschaften. Aktuelle Strukturen, Gesetze, Preisanreize und Gewohnheiten verhindern oftmals verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Handeln. Daher ist es notwendig, gemeinsam, koordiniert und zielgerichtet eben diese Rahmenbedingungen so zu verändern, dass klimafreundliches Wirtschaften leicht und selbstverständlich wird.

 

Potentiale einer sozialökologischen Infrastruktur

 

Dies erfordert, Bedürfnisse weniger über individuellen Konsum und vermehrt über gemeinsame Infrastrukturen zu befriedigen. So wie im Roten Wien der Zwischenkriegszeit soziale Infrastrukturen, von Gemeindebauten über Schwimmbäder und Kindergärten, aus Arbeiter:innen Bürger:innen machten, so braucht es heute sozialökologische Infrastrukturen, die allen ein gutes Leben innerhalb der planetaren Grenzen ermöglichen. Es braucht nachhaltige, ressourcenschonende, allen Bevölkerungsgruppen zugängliche Infrastrukturen, wie etwa öffentliche Verkehrsmittel, öffentliche Grünräume, leistbare, nachhaltige Energieversorgung und vor allem eine Stadt der kurzen Wege. Sind diese vorhanden, wird es möglich und hoffentlich selbstverständlich, gut und nachhaltig leben und wirtschaften zu können.

 

Sie wollen mehr erfahren? Besuchen Sie unseren 12. Kongress der IG LEBENSZYKLUS BAU am 15. November in Wien.

 

 


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Unser Energiehunger ist zu groß: Fünf konkrete Energiespartipps für jedes Unternehmen

Margot Grim-Schlink: „Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist wichtig, aber unser Energiehunger ist zu groß und definitiv nicht ganzjährig durch Erneuerbare zu decken. Wir brauchen ein Umdenken unseres Bedarfs und Quick Wins, und zwar jetzt. Klare, einfache Programme, die helfen, die Energieeinsparpotenziale schnell auszuschöpfen. In diesem Zusammenhang ist auch die rechtliche Umsetzung des neuen Energieeffizienzgesetzes besonders wichtig.“

 

Fehlende klare Vorgaben führen derzeit dazu, dass viele Unternehmen aufgrund der erhöhten Energiepreise unvorbereitet zur Selbstinitiative gezwungen sind. Wichtig ist die Verpflichtung von rasch umsetzbaren Aktivitäten, wie etwa die Erstellung von Energieaudits und/oder die Führung von Energiemanagementsystemen für Unternehmen bzw. Organisationen mit hohem Energieverbrauch – so wie im ausgelaufenen Energieeffizienzgesetz, das nur für Großunternehmen gültig war. Auch die fehlende Umsetzung von Vorgaben der Gebäuderichtlinie bremst die Energiewende. So ist es erforderlich, dass alle Gebäude ab 290 Kilowatt Anschlussleistung über eine Gebäudeautomation verfügen. Derzeit wissen laut Grim-Schlink aber nur wenige, dass es diese Vorgaben überhaupt gibt bzw. wie diese zu interpretieren sind.

 

„Wir stehen als Verband den Unternehmen gerne beratend zur Seite. Die gewerblichen Einsparungspotenziale sind enorm. Bei Gebäuden mit komplexer Gebäudetechnik, bei denen unterschiedliche Wärme-, Kälte- und Lüftungsanlagen ineinandergreifen, liegt ein Einsparpotenzial von 10 bis 30 Prozent“, betont Grim-Schlink. „Viele wissen gar nicht, wie viel wirtschaftliches Potenzial in ihren Gebäuden steckt und wie leicht es zu heben ist.“

 

Quick Wins: Fünf konkrete Energiespartipps für jedes Unternehmen

  1. Umstellung der Betriebszeiten der Anlagen auf den wirklichen Bedarf.
  2. Anlagenregelung auf versteckte bzw. unbewusste Mängel und/oder Fehlsteuerungen überprüfen.
  3. Überdenken des eigentlichen Bedarfs: Braucht es bspw. wirklich in Bürogebäuden 23° im Sommer sowie Winter oder könnte man nicht auch mit 26° bzw. 21° leben? Ähnliches gilt für Luftwechselraten oder für Serverräume, die auch bei 25° einwandfrei laufen.
  4. Mitarbeiter:nnen einbinden: Motivieren der Belegschaft energiesparend zu handeln (z.B. Anpassen des Lüftungsverhaltens) bzw. Energiespartipps zu melden.
  5. Investive, passive Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umsetzen, wo es möglich ist. Das sind beispielsweise das Anbringen einer außenliegenden Verschattung oder die thermische Verbesserung der Gebäudehülle.

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Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit – IG LEBENSZYKLUS BAU und ÖGNI vereinbaren aktive Kooperation zur Förderung von Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft

Von links: Stephan Heid (IG LEBENSZYKLUS BAU), Peter Engert (ÖGNI) und Wolfgang Kradischnig (IG LEBENSZYKLUS BAU) nach der Vertragsunterzeichnung am 5. Juli 2022. (c) Leo Hagen

 

Bisherige Arbeitsergebnisse beider Verbände sollen dabei noch stärker von der Kommunikations- auf die Umsetzungsebene gebracht und Investor*innen durch ÖGNI und IG LEBENSZYKLUS BAU direkt beraten werden.

Gestartet wird mit dem für die Branche so wichtigen Thema „EU-Taxonomie“. Eine gemeinsame Veranstaltung ist hier für den kommenden Herbst geplant.

 

Gemeinsames Sprachrohr für mehr Nachhaltigkeit

 

Seit rund 10 Jahren verstehen sich ÖGNI und IG LEBENSZYKLUS BAU als treibende Kräfte der nachhaltigen Bau- und Immobilienwirtschaft in Österreich. Diese Kräfte zu bündeln, macht insbesondere vor dem Hintergrund der zahlreichen aktuellen Herausforderungen rund um Klimawandel und Ressourcenverknappung und der damit einhergehenden verstärkten Notwendigkeit für Auftraggeber wie Auftragnehmer, nachhaltiger zu agieren, Sinn.

 

„Nicht nur die EU Taxonomie, mit der wir in unserer Kooperation starten, sondern auch Urban Mining oder Klimaneutrale Gebäude sind Themen, die ein gemeinsames Vorgehen unserer Verbände brauchen“, betont Wolfgang Kradischnig, Sprecher der IG Lebenszyklus Bau und Mitinitiator der Kooperation.

 

„Ich halte es für eine absolute Notwendigkeit, dass zwei so breit aufgestellte und seit vielen Jahren erfolgreiche Verbände bei den wichtigen Themen der Branche zusammenarbeiten. Bei ÖGNI und IG Lebenszyklus Bau macht dies insbesondere deshalb Sinn, da sich die Verbände in ihrer Arbeit optimal ergänzen,“ ist Peter Engert, ÖGNI-Geschäftsführer, überzeugt.

 

„Leuchtturmprojekt“ EU Taxonomie

 

Als erstes „Leuchtturmprojekt“ wurde das Thema „EU-Taxonomie“ definiert. Hier ergibt sich eine besondere Dringlichkeit, da, basierend auf den von den ÖGNI-Auditoren durchgeführten Überprüfungen, ca. 95% der Gebäude in Europa die Kriterien der EU-Taxonomie nicht erfüllen (Es braucht daher in diesem Bereich verstärkt Information und Beratung hinsichtlich einer taxonomiekonformen Errichtung und Sanierung von Bauwerken). Während bei Neubauprojekten die Vorgaben der Taxonomie in Österreich größtenteils bereits erfüllt sind, ergibt sich für den Bestand eine stark steigende Nachfrage hinsichtlich taxonomiekonformer Sanierung von Bauwerken.  


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Bau- und Immobilienwirtschaft im Umbruch | SOCIAL IMPACT

Die Bau- und Immobilienwirtschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen. Klimawandel, Ressourcenverknappung – verschärft durch den Krieg in der Ukraine – und akute soziale Fragen wirken sich auf alle Bereiche im Gebäudelebenszyklus aus. Veränderte regulatorische Anforderungen aus dem European Green Deal wie EU Taxonomie und ESG, der Umgang mit preislich und zeitlich volatilen Märkten, Lieferkettenbrüche oder obsolete Vertragsmodelle sind die zentralen Herausforderungen, denen sich die Bau- und Immobilienwirtschaft stellen muss.

 

Die IG LEBENSZYKLUS BAU arbeitet mit Hochdruck an Lösungsansätzen für diese Kernfragen und zeigte im Rahmen der 2. Mitglieder- und Interessentenveranstaltung am 21. Juni im Dialog mit Expert*innen, wie resiliente Lösungen rund um das Thema „Social Impact“ (Neue Modelle der Zusammenarbeit & vertragliche Adaptierungen) konkret aussehen können. Elmar Hagmann (Sedlak Bauunternehmen)  informierte über die aktuellen Herausforderungen im Unternehmen und diskutierte mit Markus P. Beham (Universität Passau) Resilienzstrategien und Lösungsansätze aus den Arbeitsergebnissen der Arbeitsgruppen.

 

2. Mitglieder- und Interessentenveranstaltung / Generalversammlung nachschauen

 

Sie haben die Veranstaltung verpasst und möchten die Präsentation als Videoaufzeichnung nachschauen: 

 


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